Zum Sehen, zum Lesen, zum Hören

Adam Sandler als abgebrannter Golfprofi und eine junge Frau, die einen Serienmörder überführt. Neun Kulturtipps für dieses Wochenende.

7. August 2025

Zum Sehen

Komödie

Happy Gilmore 2

Netflix

Adam Sandlers Sequel des Kultklassikers „Happy Gilmore“ spinnt die Geschichte des gleichnamigen Protagonisten weiter. Der ehemals erfolgreiche Golf-Profi, der nach dem Tod seiner Frau zum Alkoholiker wurde, muss nun zurück auf den Golfplatz, um die Ballettstunden seiner Tochter zu bezahlen. “Happy Gilmore 2” erzählt nicht nur von Happys Misserfolgen bei dem Versuch, seine alte Form zurückzuerlangen, sondern ist auch eine gewaltige Wiedersehensshow: Mit dabei sind unter anderem Christopher McDonald, der erneut in die Rolle von Shooter McGavin schlüpft, und Ben Stiller als Coach der Anonymen Alkoholiker.

Komödie

Freakier Friday

Disney, im Kino

In der Fortsetzung von „Freaky Friday”, der 2003 zum weltweiten Hit wurde, tauschen die Protagonistinnen erneut ihren Körper, diesmal jedoch über drei Generationen hinweg. In den Hauptrollen sind wieder Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan zu sehen. Dass der Film trotz der erwartbaren Handlung sehr unterhaltsam ist, liegt auch daran, dass vor allem die beiden offensichtlich großen Spaß an den Dreharbeiten hatten - etwa, indem sie aus dem alten Film zitieren.

Serie

Don't Fall, Dance

ZDF-Mediathek, ZDF Neo

Kann man seinen Mitmenschen davonleben? Weil man mehr lebt, schneller, explosiver? Emma, die Protagonistin der vierteiligen Serie „Don’t Fall, Dance“, war in ihrer Jugend an Krebs erkrankt und will nun, als Erwachsene, alles nachholen. Die Serie erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und begleitet Emmas ersten Clubbesuch, ihr Studium, ihre Hochzeit und Scheidung – und immer mit dabei: die Angst, wieder zu erkranken

Serie

Wednesday, Staffel 2

Netflix

Die erste Staffel der Serie über die schwarz gekleidete und miesepetrige Tochter des Addams-Clans war die bisher erfolgreichste englischsprachige Netflix-Serie – jetzt startet Staffel 2 von „Wednesday”. Regisseur Tim Burton und Hauptdarstellerin Jenna Ortega nehmen die Zuschauer wieder mit an die Nevermore Academy, Wednesdays Highschool für Außenseiter. Dieses Mal geht jedoch auch ihr Bruder auf die Schule und ihre Mutter Morticia soll Nevermore bei Geldproblemen helfen. Wednesday überführt währenddessen einen Serienkiller und bemerkt, dass mit ihren visionären Kräften etwas nicht stimmt. Ihre krisenfeste Stimmung macht sie dabei zur idealen Heldin der Gegenwart.

Zum Lesen

Roman

Im Herzen der Katze

Jina Khayyer

Iran sehe aus wie eine Katze, schreibt Jina Khayyer. Und eben dorthin reist die Protagonistin in ihrem autofiktionalen Roman „Im Herzen der Katze”. Im Jahr 2000 besucht sie ihre Schwester, die nach der gemeinsamem Kindheit in Deutschland in ihr Heimatland zurückgezogen ist, und die Reise ist gesäumt von außergewöhnlichen Begegnungen, vor allem mit Frauen. Der Roman erklärt, warum Frauen in Iran lauter kämpfen als in den meisten anderen Ländern. Gleichzeitig bietet er für alle, die schon mehr über das Land wissen, ein paar Überraschungen.

Roman

Mein Name ist Emilia del Valle

Isabel Allende

Mal wieder erzählt Isabel Allende die Lebensgeschichte einer mutigen Frau. Die Hauptfigur in ihrem neuen Roman „Mein Name ist Emilia del Valle” wird 1866 in San Francisco geboren, wächst ohne ihren leiblichen Vater auf und trägt trotzdem seinen Namen. Sie schreibt Groschenromane, bevor sie unter männlichem Pseudonym für eine Zeitung arbeitet. Und als Reporterin in den chilenischen Bürgerkrieg gerät. Das Buch präsentiert sich als Emilias Memoiren, gespickt mit ihren Reportagen, wodurch gleich mehrere Erzählebenen miteinander verwoben sind. Das entfaltet einen enormen Sog – und lässt den stellenweise schnulzigen Unterton verschmerzen.

Roman

Hannah

Miku Sophie Kühmels

Miku Sophie Kühmels neuer Roman erzählt eine queere Liebesgeschichte aus den 1920er-Jahren. Vor dem Hintergrund des erstarkenden Nationalsozialismus handelt „Hannah” von der Liebe der Dadaistin Hannah Höch für die Dichterin Til Brugman. Das Wagnis des Buches ist, wie Kühnel ihre eigene Stimme fast nahtlos mit den Originalzitaten aus den Briefen der historischen Figuren verwebt. Auch wenn dem Text nicht ganz einfach zu folgen ist, wächst einem der Ton der Schriftstellerin ans Herz – und die beiden Protagonistinnen ebenso.

Zum Hören

Hörspiel

Kyllroth – Tödliche Heimkehr 1917

ARD-Audiothek

In Kyllroth geht eine Mörderinnentruppe um. Das Dorf in der Eifel füllt sich im Jahr 1917 endlich wieder mit Männern, sie kehren aus dem Ersten Weltkrieg zurück und wiegen sich in Sicherheit. Wenn da nicht ihre Frauen wären, die sich emanzipiert haben und nicht zurück wollen an den Herd und in ihre teils gewalttätigen Ehen. Eine von ihnen hat als Hebamme Zugang zu einer Menge Arsen. Der als Mystery-Crime klassifizierte Podcast zeigt schwarzhumorig vor allem eins: Wie sehr dieser Krieg die Emanzipation befördert hat.

Hörspiel

Flow. Beyond Baroque and Words

ARD-Audiothek

Komponist und Hörspielmacher Felix Kubin ist Stipendiat der Villa Aurora in Pacific Palisades. Als die nach den Waldbränden in Los Angeles geschlossen war, sah Kubin sich in der Spoken Word- und Poetry-Szene in Los Angeles und San Francisco um. Entstanden ist dabei seine neue Produktion „Flow. Beyond Baroque and Words“ für BR und DLF. Kubin dokumentiert darin das Milieu der Freischaffenden, viele von ihnen kommen live von der Bühne zu Wort. Doch das Hörspiel wird auch selbst kreativ. Am Ende verwirbeln sich die literarischen Auszüge mit elektronisch verfremdeten Geräuschen der Stadt.

Text: Monika Rathmann, Hanna Böcher; Editorial Design: Katharina Wutta; Redaktion: Sara Peschke; Digitales Storytelling: Sara Peschke

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