Literatur, Musik und Film

Geschenke für den Kopf

Sind Sie noch auf der Suche nach etwas Besonderem zu Weihnachten? Oder nach etwas, mit dem Sie sich selbst die Feiertage verschönern können? Ideen aus der Kultur-Redaktion der SZ.

Von SZ-Autoren (Text), Eva Revolver (Animationen)
28. November 2025 | Lesezeit: 24 Min.

Bücher für kalte Abende und lange Nächte

Prinz Philips Mutter

Für die Zuschauer der Netflix-Serie „The Crown“ über das britische Königshaus zum Beispiel war sie eine der Nebenfiguren, die einen in stundenlanges Googeln stürzen konnten. Irene Dische hat Alice von Battenberg, die Mutter von Prinz Philip, jetzt zur Heldin eines schmalen, lässigen Romans gemacht. Gehörlos hineingeboren ins enge Netzwerk des europäischen Hochadels, kurz bevor der überall gestürzt, ermordet und verjagt wurde, wandte sich „Prinzessin Alice“ einem handfesten und frohgemuten Gottglauben zu. Heute würde man vielleicht sagen, sie sei traumatisiert gewesen, aber Dische schlüpft nach ein paar Seiten in die Ich-Perspektive der Prinzessin, und so sind keine Diagnosen oder Urteile mehr nötig. Wie die Psychiatrie ihrer Zeit Alice fast gebrochen hat, bekommt man trotzdem zu spüren. Auch den Antisemitismus des aristokratischen Milieus erzählt die deutsch-amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Dische mit. Alice aber versteckt in Athen unter deutscher Besatzung eine jüdische Familie. Sollte diese Alice im Wahn gelebt haben, ergibt dieses fiktionalisierte Lebensbild, dann hätte es in dem mehr Klarheit gegeben als in der Vernunft ihrer Zeit. Marie Schmidt

Irene Dische: Prinzessin Alice. Roman. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Claassen, Berlin 2025. 160 Seiten, 20 Euro.

Prinz Philips Mutter

Für die Zuschauer der Netflix-Serie „The Crown“ über das britische Königshaus zum Beispiel war sie eine der Nebenfiguren, die einen in stundenlanges Googeln stürzen konnten. Irene Dische hat Alice von Battenberg, die Mutter von Prinz Philip, jetzt zur Heldin eines schmalen, lässigen Romans gemacht. Gehörlos hineingeboren ins enge Netzwerk des europäischen Hochadels, kurz bevor der überall gestürzt, ermordet und verjagt wurde, wandte sich „Prinzessin Alice“ einem handfesten und frohgemuten Gottglauben zu. Heute würde man vielleicht sagen, sie sei traumatisiert gewesen, aber Dische schlüpft nach ein paar Seiten in die Ich-Perspektive der Prinzessin, und so sind keine Diagnosen oder Urteile mehr nötig. Wie die Psychiatrie ihrer Zeit Alice fast gebrochen hat, bekommt man trotzdem zu spüren. Auch den Antisemitismus des aristokratischen Milieus erzählt die deutsch-amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Dische mit. Alice aber versteckt in Athen unter deutscher Besatzung eine jüdische Familie. Sollte diese Alice im Wahn gelebt haben, ergibt dieses fiktionalisierte Lebensbild, dann hätte es in dem mehr Klarheit gegeben als in der Vernunft ihrer Zeit. Marie Schmidt

Irene Dische: Prinzessin Alice. Roman. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Claassen, Berlin 2025. 160 Seiten, 20 Euro.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.