Debatte

90 Minuten Heroin

Die Aufführungen von Tragödien im antiken Griechenland müssen recht ähnlich verlaufen sein: Luis Díaz nach dem vierten Tor des FC Bayern gegen PSG im Halbfinal-Hinspiel.
Die Aufführungen von Tragödien im antiken Griechenland müssen recht ähnlich verlaufen sein: Luis Díaz nach dem vierten Tor des FC Bayern gegen PSG im Halbfinal-Hinspiel.
Die Aufführungen von Tragödien im antiken Griechenland müssen recht ähnlich verlaufen sein: Luis Díaz nach dem vierten Tor des FC Bayern gegen PSG im Halbfinal-Hinspiel.

Die Top-Teams haben endgültig den Kontakt zur Realität verloren? Gut so! Zur alten Frage nach dem Verhältnis von Leiden und Kunst beim Fußball.

5. Mai 2026 | Lesezeit: 6 Min.

Das Eigentümliche am Fußballgucken ist ja, dass es keinen Spaß im eigentlichen Sinn des Wortes macht, jedenfalls, wenn man die Sache halbwegs ernst nimmt. Dafür ist es einfach emotional zu anstrengend. Trotzdem soll es Leute geben, die nur der Schönheit des Sports wegen die Spiele verfolgen, ohne zu fiebern und zu leiden. Solche Leute sind unbedingt als verdächtig zu behandeln, so als hätten sie einem gerade erzählt, dass sie Heroin nur zu besonderen Gelegenheiten nehmen, um des schönen gemeinschaftlichen Rituals willen, an lauen Sommerabenden.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.