Literatur

Die Bücher des Sommers

21 Romane, Sachbücher und Lyrikbände für die Wochen daheim oder am Strand. Die Empfehlungen der SZ-Redaktion

Literatur

Die Bücher des Sommers

21 Romane, Sachbücher und Lyrikbände für die Wochen daheim oder am Strand. Die Empfehlungen der SZ-Redaktion

21. Juli 2023 - 16 Min. Lesezeit

Von Carolin Gasteiger

Bloß nicht anhalten, nachdenken, reden

Ferien zu zweit, ein Mietwagen, Sizilien. Was nach besten Voraussetzungen für eine erholsame Zeit klingt, wird für Melvil und Luisa zum Albtraum. Und das, noch bevor ihr Luxusurlaub überhaupt begonnen hat. Auf der Fahrt vom Flughafen ins Hotel – es ist schon dunkel – ein kurzer Stop am Meer, dann kommt es zu einem dumpfen Aufprall. Was Melvil da genau gerammt hat, finden die beiden nicht heraus. Sie fahren nach einem kurzen Halt einfach weiter. Immer weiter.

Dieses Mantra verfolgt der Protagonist in Yves Raveys Roman „Taormina“ konsequent: bloß nicht anhalten, nachhaken, reden. Lieber ignorieren, schließlich will man ja Urlaub machen. In bester Krimi-noir-Art manövriert sich Melvil, ein grandioser Taugenichts, der von der wohlhabenden Familie seiner Frau schmarotzt, immer weiter ins Schlamassel. Und offenbart, wo das eigentliche Problem liegt. Das erinnert an das grauenvolle Idyll von „White Lotus“, nur dass Ravey kein Wort zu viel verliert, es ist ein ganz schmales Buch, nüchtern im Ton. Und genau deshalb verstörend gute Sommerlektüre.

Yves Ravey: Taormina. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Liebeskind, München 2023. 112 Seiten, 20 Euro.

Von Carolin Gasteiger

Bloß nicht anhalten, nachdenken, reden

Ferien zu zweit, ein Mietwagen, Sizilien. Was nach besten Voraussetzungen für eine erholsame Zeit klingt, wird für Melvil und Luisa zum Albtraum. Und das, noch bevor ihr Luxusurlaub überhaupt begonnen hat. Auf der Fahrt vom Flughafen ins Hotel – es ist schon dunkel – ein kurzer Stop am Meer, dann kommt es zu einem dumpfen Aufprall. Was Melvil da genau gerammt hat, finden die beiden nicht heraus. Sie fahren nach einem kurzen Halt einfach weiter. Immer weiter.

Dieses Mantra verfolgt der Protagonist in Yves Raveys Roman „Taormina“ konsequent: bloß nicht anhalten, nachhaken, reden. Lieber ignorieren, schließlich will man ja Urlaub machen. In bester Krimi-noir-Art manövriert sich Melvil, ein grandioser Taugenichts, der von der wohlhabenden Familie seiner Frau schmarotzt, immer weiter ins Schlamassel. Und offenbart, wo das eigentliche Problem liegt. Das erinnert an das grauenvolle Idyll von „White Lotus“, nur dass Ravey kein Wort zu viel verliert, es ist ein ganz schmales Buch, nüchtern im Ton. Und genau deshalb verstörend gute Sommerlektüre.

Yves Ravey: Taormina. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Liebeskind, München 2023. 112 Seiten, 20 Euro.