Eine ziemlich zärtliche Angelegenheit

Saufen, pöbeln, prügeln – die EM ist ein Heimspiel für toxische Männlichkeit. Nicht unbedingt. Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Essay: Carim Soliman, Illustration: Federico Delfrati
4. Juli 2024 - 7 Min. Lesezeit

Endlich Europameisterschaft. Zuhause obendrein. Seit fast drei Wochen feiert Deutschland das große Fußballfest, das alle Enthusiasten und Optimisten sich trotz oder eben wegen der bis dato mäßigen Stimmung im Land (Kriege, Krisen, Gigi D’Agostino) so sehnlichst herbeigewünscht hatten. Endlich alles drum herum vergessen und mit den Jungs den ganzen Tag über Spiele reden. Endlich jeden Abend mit den Jungs verbringen. Stundenlang über Doppelsechsen diskutieren mit den Jungs und über Chancenverwertung diskutieren mit den Jungs. Über Passwege und Torverhältnis und 4-2-3-1. Und: endlich wieder kuscheln mit den Jungs.

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