Freundschaft
Geht heute auf mich!
„Zusammen oder getrennt?“ Ein Samstagnachmittag in der Schlange einer überfüllten dänischen Bäckerei im angesagtesten Viertel Münchens. Zwei Americano mit Hafermilch zum Mitnehmen. Da ist er, dieser Moment, das warme Gefühl, nachdem man gesagt hat: „Zusammen, bitte.“ Weil es sich falsch anfühlt, 3,70 Euro getrennt von einer engen Freundin zu zahlen. Die Art Freundin, die man gern jeden Sommer zu einem zweiwöchigen Urlaub nach Italien einladen würde. Oder wenigstens auf ein tolles Abendessen mit Vorspeise, Dessert, fancy Drinks und vielen überteuerten Flaschen Mineralwasser. Eine Freundin, der man gerne jeden Tag sagen würde: „Geht heute auf mich!“ Verdient hätte sie es.
Nur ist das finanziell leider nicht drin. Dann also wenigstens der Kaffee als Zeichen der Liebe. Doch statt einem ehrlichen kleinen „Danke“ wartet er schon, der schlimmste Satz, den man nach einer Einladung sagen kann. Stets begleitet von wildem Herumkramen in der Handtasche, während die Crema sich langsam auflöst: „Moment, ich paypale es dir gleich!“