Medizin

Ein bisschen Würde im kalten Neonlicht

Der letzte Weg meines Patienten Karl erinnert mich daran, was im Leben wirklich zählt. Folge zwei der SZ-Kolumne „Zwischen Leben und Abschied“ aus dem Alltag eines Intensivpflegers.

Von Ricardo Lange
22. Januar 2026 | Lesezeit: 4 Min.

Die Räder des Patientenbettes rattern laut und monoton über die unebenen Steinfliesen. Vor mir liegt ein schmaler, endlos wirkender Gang, ein unterirdisches Labyrinth aus einer längst vergangenen Zeit. Die Wände sind vergilbt, die Farbe blättert ab, und irgendwo tropft langsam das Wasser von einer rostigen Rohrleitung in eine Pfütze. In der tief hängenden Decke flackern Leuchtstoffröhren und werfen ein kaltes, flimmerndes Licht auf den Boden.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.