


Der Waschbär hat offenbar miese Laune. Vielleicht faucht er auch nur deshalb von seinem wackligen Holzzaun herüber, weil er sein Terrain verteidigt. Als europäischer Zuwanderer mit eher wenig Waschbär-Kompetenz weiß man es nicht so genau. Das Revier des Allesfressers ist ein Vorort östlich von Seattle, ganz im Nordwesten Amerikas, wie man sie sich so vorstellt, wenn man sich jahrzehntelang aus der Ferne durch Serien wie „Wunderbare Jahre“, „Desperate Housewives“ oder „Stranger Things“ durchgezappt hat. Die in dezentem Braun, Grün oder Blau gestrichenen Holzhäuser mit den breiten Einfahrten und riesigen Garagen, die gepflegten Vorgärten mit kurzem Rasen und weißen Holzbänkchen auf der Veranda, der Basketballkorb in der Kurve, der alte, weinrote Ford Pick-up-Truck mit verchromter Stoßstange – es ist eine klischeehafte Kulisse an diesem Sommertag.