Also, mein Regenradar sagt...

Geht es ums Wetter, schaut man heute aufs Handy statt in den Himmel. Über das Bedürfnis nach Kontrolle und warum ein Meteorologe bei der 14-Tage-Vorhersage nur noch seufzt.

Also, mein Regenradar sagt...

Geht es ums Wetter, schaut man heute aufs Handy statt in den Himmel. Über das Bedürfnis nach Kontrolle und warum ein Meteorologe bei der 14-Tage-Vorhersage nur noch seufzt.

Essay von Mareen Linnartz
27. Juni 2024 - 7 Min. Lesezeit

War nur so eine mittelgute Idee, zu Beginn dieser Woche die Wetteraussichten abzuklären, bevor man am frühen Abend das Haus verließ. Die Sonne strahlte wie schon seit Tagen nicht mehr, weit und breit war mal keine schwarze Wolke zu sehen, die die Lage und die Laune verdüstern hätte können. Aber weil man ja nie weiß und einen überhaupt gerade erst in einer lauen Sommernacht ein heftiger Guss mit Donner und Blitz erwischt hatte, warf man eben doch einen Blick auf die einschlägigen Wetter-Apps. Niederschlagsrisiko: zehn Prozent. Sehr beruhigend. Der Regenradar? Zeigte um die rote Stecknadel des eigenen Wohnorts eine mattgraue Fläche, nicht einmal ein zartes hellblaues Niederschlagsband und schon gar keine knalllila Gewitterzellen.

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