Schwerpunkt „Bei Nacht“

Was von der Nacht übrig bleibt

Unsere Autorin könnte feiern gehen. Sie könnte auch schlafen. Stattdessen liegt sie wach
und stolpert stundenlang durchs Netz. Über eine Angewohnheit, die nicht nur jungen Menschen die Nacht stiehlt.

Von Lisa Torjuul (Text) und Paul Dittmann (Fotos)
30. April 2026 | Lesezeit: 8 Min.

Um zwei Uhr morgens liege ich mit verspanntem Nacken auf der Seite, mein Handy wenige Zentimeter vor dem Gesicht, und warte darauf, dass sich irgendetwas daran nach Freiheit anfühlt. Oder wenigstens nach Erholung. Ich schaue mir ein Reel an. Sanftes Licht fällt von einer Laterne draußen durch die Schlitze in der Jalousie. Aber das sehe ich gar nicht im behaglichen Schein dieses Displays, das ich in den Nächten meines Lebens vielleicht länger betrachtet habe als jede Buchseite, jede Mondnacht, jede Zimmerdecke zusammen.

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