Künstliche Intelligenz

Die ratlose Spezies

KI werde uns lästige Aufgaben abnehmen, so lautete das Versprechen. Inzwischen aber lagern immer mehr Leute nicht nur das Denken, sondern auch Gefühle an Chat-GPT aus. Doch was bleibt vom Menschen, wenn die KI alles entscheidet?

Künstliche Intelligenz

Die ratlose Spezies

KI werde uns lästige Aufgaben abnehmen, so lautete das Versprechen. Inzwischen aber lagern immer mehr Leute nicht nur das Denken, sondern auch Gefühle an Chat-GPT aus. Doch was bleibt vom Menschen, wenn die KI alles entscheidet?

Ein Essay von Michael Moorstedt
29. August 2025 | Lesezeit: 9 Min.

Jede Zeit hat ihre Moden. Dazu gehören Kleidung, klar, Ernährung, Freizeitgestaltung. Aber auch Sprache und Sätze. Ausdrücke, Metaphern und Ideen, die genau beschreiben, welche Stimmung gerade in einer Gesellschaft herrscht: Sind die Menschen aufbruchsfroh oder eher fortschrittsmüde? Wagen sie Tiefgang oder huldigen sie der Oberfläche? Für die Welt im Jahr 2025 lautet ein solches Satzfragment: „Ich habe gerade mal Chat-GPT gefragt …“. Es dient als Gesprächseröffnung, bildet mittlerweile oft genug die Basis für Debatten oder wird zurate gezogen, um ebendiese ein für alle Mal zu beenden. Manche Menschen, die so ihre Sätze beginnen, versuchen damit, ihre eigene Zukunftsfähigkeit zu beweisen. Andere scheinen sich überhaupt nichts dabei zu denken. Und vermutlich ist das gerade das Problem.

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