Denkfalle „Additive Bias“

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Noch eine Arbeitsgruppe, noch ein Ministerium, noch eine App, die man runterladen soll, und sei es für die eigene Zahnbürste: Statt Probleme zu lösen, machen wir sie gerne komplexer. Ein Plädoyer für radikaleres Denken − zu dem vor allem die Kunst des Weglassens gehört.

21. August 2025 | Lesezeit: 8 Min.

Von nicht weniger als einem „Next Germany“ träumt Karsten Wildberger, „das schnell, schlank und digital“ handelt, und wer sich jetzt fragt, was es mit diesem Wildberger noch mal auf sich hat: Der frühere Manager ist seit drei Monaten Politiker, genauer Deutschlands Minister für „Digitales und Staatsmodernisierung“. Ein beschwingt wirkender, alerter 55-Jähriger, der, so ist über ihn zu lesen, nicht lange fackelt, bei Gesprächen schnell beim „Du“ landet (er hat ein paar Jahre in Australien gearbeitet) und ansonsten in seiner Freizeit Rad fährt, was gut zu einem passt, der nach eigenem Bekunden den „Stillstand“ hasst. Ein Macher also, der einen Staat will, der „nicht bremst, sondern beschleunigt“; der die Bürokratie, dieses so unendlich unübersichtliche Gestrüpp aus Verordnungen, jetzt wirklich mal abbauen möchte.

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