Bevölkerungsentwicklung

Wie viele Kinder sollen’s denn sein?

Kleine Wohnung, niedriges Gehalt, unsichere Zukunft: Viele Erklärungen, warum weniger Babys zur Welt kommen, liegen auf der Hand – doch sie sind falsch.

Essay von Barbara Vorsamer, Illustration von Olivia von Pilgrim
12. Juli 2024 - 10 Min. Lesezeit

Will ich ein Kind? Oder keines? Eines, zwei oder drei? Soll ich jetzt eines bekommen, in zwei Jahren, in fünf? Kaum eine Entscheidung im Leben eines Menschen ist so persönlich, so emotional und wird von so vielen Faktoren beeinflusst. Ob ein Kind zur Welt kommt, hängt davon ab, wie verliebt jemand ist, wie hoffnungsfroh und zuversichtlich, und davon, ob der Partner oder die Partnerin dieselben Wünsche und Ziele hat. Es hängt davon ab, wie der Kontostand aussieht, wie groß die Wohnung ist, welche Karrierepläne man hat und ob man sich diese Aufgabe zutraut. Und es hängt davon ab, auf welchem Level sich welches Hormon gerade befindet, wie es mit Spermienqualität und Anzahl der Eizellen ausschaut, und dann vor allem davon, wer mit wem wann wie Sex hat. Manchmal findet auch all das unbewusst und versehentlich statt. 

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