Zwischenfall im Persischen Golf:Bush: Iran bedroht den Weltfrieden

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Nach dem Beinahe-Gefecht zwischen Iran und US-Schiffen im Persischen Golf verschärft sich der Ton. Bei einem Angriff droht Präsident Bush dem Land mit ernsthaften Konsequenzen.

US-Präsident George W. Bush hat nach dem Beinahe-Gefecht im Persischen Golf Iran vor ernsthaften Konsequenzen gewarnt, sollte die Islamische Republik US-Schiffe angreifen. "Mein Rat wäre: Tun Sie es nicht", sagte Bush während seines ersten Staatsbesuchs in Israel. "Wir haben dies öffentlich klar gemacht und Sie kennen unsere Haltung", fügte er hinzu.

Zwischenfall im Persischen Golf: Nach dem Beinahe-Zwischenfall zwischen Iran und USA im Persischen Golf ist Bush überzeugt:  "Iran war eine Bedrohung, ist eine Bedrohung und wird eine Bedrohung bleiben"

Nach dem Beinahe-Zwischenfall zwischen Iran und USA im Persischen Golf ist Bush überzeugt: "Iran war eine Bedrohung, ist eine Bedrohung und wird eine Bedrohung bleiben"

(Foto: Foto: dpa)

Der US-Präsident bezeichnete Iran erneut als Bedrohung für den Weltfrieden. "Iran war eine Bedrohung, ist eine Bedrohung und wird eine Bedrohung bleiben", wenn die internationale Gemeinschaft Iran nicht daran hindere, Atommacht zu werden.

Zwar gehe der jüngste US-Geheimdienstreport davon aus, dass die Iraner ihr Programm zur Entwicklung von Nuklearwaffen gestoppt hätten. Es sei jedoch leicht, die zivile Atomforschung für militärische Zwecke zu nutzen. Die internationale Gemeinschaft müsse den Druck auf die Führung in Teheran aufrechterhalten, betonte Bush.

US-Sicherheitsberater Stephen Hadley fürchtet, dass Zwischenfälle wie die am Sonntag im Persischen Golf leicht zu Feuergefechten ausarten könnten. Die Iraner müssten sich über die Gefährlichkeit ihrer "provozierenden Aktionen" im Klaren sein, sagte Hadley auf dem Flug nach Israel. Die Iraner handelten nicht klug und müssten gegebenenfalls die Verantwortung für die Konsequenzen übernehmen. Auch Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sprach von einer gefährlichen Situation und warf dem Iran ebenfalls Provokationen vor.

Der iranische Parlamentspräsident Gholamali Haddadadel erklärte dagegen, die Kritik der USA wegen des Vorfalls sei Teil einer Propaganda-Kampagne gegen sein Land. "Wir haben immer gezeigt, dass wir an den Frieden und die Vermeidung von Spannungen glauben", zitierte die Zeitung Teheran Times Haddadadel. Verteidigungsminister Mostafa Mohammed Nadschar warf den USA vor, in der Region Spannungen zu schüren.

Iranische Militärboote hatten dem US-Präsidialamt zufolge am Wochenende beinahe einen Schusswechsel mit US-Schiffen provoziert. Fünf Schnellboote der iranischen Revolutionswächter sollen in der Straße von Hormus, einem für den Öl-Transport wichtigen Wasserweg, drei Schiffe der US-Marine umzingelt und per Funk aggressiv bedroht haben.

Während die US-Regierung von einem "ernsten Zwischenfall" sprach und Iran "verantwortungslose und potenziell feindliche" Handlungen vorwarf, bezeichnete das iranische Außenministerium die Konfrontation als "gewöhnlichen und natürlichen" Vorgang.

Iran hat den USA vorgeworfen, einen gefälschten Film über den Marinezwischenfall im Persischen Golf vorgelegt zu haben. Das Video sei aus anderem Material fabriziert worden, zitierte am Mittwoch der staatliche englischsprachige Fernsehsender Press TV einen Offizier der Revolutionsgarde.

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