Der Besuch in Polen ist der erste reguläre Auslandsbesuch von Köhler als Staatsoberhaupt, zwei Wochen nach seiner Amtsübernahme. Er wird dort zunächst mit dem polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski zusammentreffen.
Es sei der besondere Wunsch des Bundespräsidenten gewesen, Polen zu bereisen, hieß es aus dem Präsidialamt. Köhlers Besuch in dem östlichen Nachbarland wird als besondere Geste an den neuen EU-Mitgliedsstaat gewürdigt.
Nach einem Besuch von Warschau will der Präsident in Danzig auf der Westerplatte einen Kranz in Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges niederlegen. Zudem ist ein Gespräch mit dem polnischen Ex-Präsidenten und einstigen Arbeiterführer Walesa geplant. Den Abend werden Köhler und seine Ehefrau im Gästehaus des polnischen Präsidenten in Jurata auf der Halbinsel Hela verbringen.
Von Polen weiter nach Frankreich
Horst Köhler wurde 1943 in dem ostpolnischen Dorf Skierbieszów als Kind einer bessarabischen Bauernfamilie geboren. Seine deutschstämmigen Eltern waren zuvor aus Rumänien vertrieben und in dem von den Deutschen besetzten Teil Polens zwangsweise angesiedelt worden. Gegen Ende des Krieges floh die Familie nach Deutschland.
Gleich im Anschluss an seine Polen-Reise wird Köhler Frankreich einen Besuch abstatten. Dort will er Staatspräsident Jacques Chirac treffen. Traditionell galt bisher der erste Antrittsbesuch des neuen Bundespräsidenten dem Nachbarland Frankreich.
Weitere Besuche stehen in der kommenden Woche in Großbritannien (19. Juli) und Italien (22. Juli) auf dem Programm.
(sueddeutsche.de/AP)