Zulauf für Pegida Dügida schlägt Kapital aus den Anschlägen von Paris

In Düsseldorf standen 350 Dügida-Demonstranten etwa 5000 Gegendemonstranten gegenüber. Die Islamgegner zogen unter einem massiven Polizeiaufgebot vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt. Die Demonstration blieb weitestgehend friedlich - von einem Böller und mehreren verletzten Polizisten abgesehen. Durch Wurfgeschosse und bei Durchbruchversuchen aus den Reihen von Gegendemonstranten wurden vier Beamte verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Strafverfahren seien eingeleitet worden.

Die Redner hatten Schwierigkeiten, gegen den Lärm der Gegendemonstranten anzuschreien. Doch auch in Düsseldorf versuchten die Pegida-Demonstranten, aus den Morden von Paris Kapital zu schlagen. Französische Gastredner einer islamfeindlichen Organisation durften auftreten, ein Demonstrant hielt Fahndungsfotos der Attentäter von Paris hoch. Die Pegida-Organisatoren legten eine Schweigeminute für die Opfer von Paris ein. Dagegen skandierten die Gegendemonstranten: "Keiner hat euch lieb!" und "Haut ab!" Am Ende der Kundgebung hielt einer der Pegida-Redner ein Poster mit Mohammed-Karrikaturen in die Luft unter dem Applaus der Demonstranten. Danach bewegte sich der Zug weiter durch die Düsseldorfer Innenstadt.

Doch noch Licht aus gegen Dügida

Erst kurz vor dem Start der Kundgebung hatte das Verwaltungsgericht Münster der Stadt Düsseldorf doch noch erlaubt, die Rathausbeleuchtung während der Dügida-Demo auszuschalten. Es sei juristisch nicht eindeutig geregelt, wie stark sich Oberbürgermeister Thomas Geisel gegen Dügida positionieren dürfe, ohne gegen das Neutralitätsgebot seines Amts zu verstoßen, argumentierte die Kammer. In der Vorinstanz hatten die Richter die von Geisel geplante Licht-aus-Aktion auf Antrag der Dügida-Vertreterin Melanie Dittmer noch untersagt, weil er als Amtsträger zur Neutralität verpflichtet sei. Der Rathauschef hatte zuvor angekündigt, er werde sich notfalls über das Urteil der Richter hinwegsetzen und während der Dügida-Demo in jedem Fall das Licht am Rathaus ausschalten lassen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Gruppe der Pegida-Aktivisten gespalten. Vergangene Woche hatte sich Sebastian Nobile, Organisator der Kögida-Demo in Köln, von Melanie Dittmer losgesagt, die in Düsseldorf die Dügida-Demo veranstaltet - wegen ihrer "Nähe zum Nazismus", wie es in einem Facebook-Post des Mannes heißt. Dittmer war früher Mitglied der Jugendorganisation der NPD und ist nun bei der islamfeindlichen Partei Pro NRW aktiv.