Angeblich sei sie, so hat es mal ein Thüringer Zielfahnder behauptet, der Kopf der Bande gewesen. Ob das so war, ist unklar. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft hielt sie daheim die Fassade einer unauffälligen Familie aufrecht, wenn die beiden Männer unterwegs waren, um mögliche Anschlagsziele auszuspähen, oder wenn sie zum Morden aufbrachen. Auch soll Zschäpe die Kassenfrau der Terrorbande gewesen sein, weil sie das aus den Raubüberfällen stammende Geld verwaltet haben soll.

Auch soll sie in die Logistik der Bande eingebunden gewesen sein. Sie mietete ein Wohnmobil an, mit dem die Männer zu einem der Tatorte fuhren, und soll auch Zeitungsartikel über die Mordanschläge archiviert haben. Auf zwei einschlägigen Artikeln fanden sich ihre Fingerabdrücke. Und sie verschickte nach dem Ende des NSU die Bekennervideos der Bande an 15 Adressen.

Die Anklage gegen Beate Zschäpe ist die maximale Anklage. Allein auf "besonders schwere Brandstiftung" stehen bis zu 15 Jahre Haft. Ob aber die Indizien vor Gericht in den wesentlichen Punkten ausreichen werden, ist nicht klar. Sie hat nicht mitgeschossen. Bislang hat sie zu den Vorwürfen geschwiegen. Es steht nicht zu erwarten, dass sie in dem anstehenden Prozess reden wird, jedenfalls nicht in den ersten Verhandlungsmonaten.

Bild: AFP 8. November 2012, 21:082012-11-08 21:08:58 © SZ vom 09.11.2012/anri