„Drückeberger“, „Weichlinge“, „Vaterlandverräter“. Die ersten Männer, die in der jungen Bundesrepublik zivilen Ersatzdienst leisteten, mussten sich einiges anhören. Eine breite Öffentlichkeit konnte oder wollte nicht verstehen, dass man den Dienst an der Waffe verweigern durfte – und griff dabei, absichtlich oder gedankenlos, auf NS-Vokabular zurück. Im Ersten Weltkrieg landeten die wenigen Soldaten, die nicht mehr auf die Feinde schießen wollten, oft im „Irrenhaus“, im Zweiten Weltkrieg wurden Tausende solcher „Drückeberger“ sofort erschossen. Nach 1945 wollten die Alliierten die Deutschen erst einmal ganz entwaffnen, doch der Kalte Krieg ließ nach erbittertem Streit über die Wiederbewaffnung in der BRD (und in der DDR) bald wieder Militärkräfte auf deutschem Boden entstehen.
Geschichte des ZivildienstsVon „Drückebergern“ zu „Helden des Alltags“
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Ein Archivbild von 1998: Ein Kriegsdienstverweigerer serviert einem Wohnungslosen in der Suppenküche der St.-Clemens-Propstei in Hannover eine warme Mahlzeit.
Fabian Matzerath/dpaDemütigende Fragen und kaum gesellschaftliche Anerkennung: 50 Jahre lang gab es in der Bundesrepublik „Zivis“, die den Kriegsdienst verweigerten. Eine Chronik.
Von Robert Probst, München
