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Antisemitismus:Ziemiak löscht umstrittenen Tweet zu Emcke

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CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Der CDU-Generalsekretär hatte der Publizistin eine "geschichtsvergessene Entgleisung" vorgehalten: Sie habe auf dem Grünen-Parteitag Hass gegen Juden verharmlost. Nun haben sich die beiden ausgesprochen, Ziemiak nimmt seinen Vorwurf zurück.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat nach der Rücknahme seiner Vorwürfe nun auch seinen umstrittenen Tweet zu einer Videobotschaft der Publizistin Carolin Emcke beim Grünen-Parteitag gelöscht. Dies teilte Ziemiak am Mittwoch auf Twitter mit - etwa 14 Stunden nach seinen Tweets von Dienstagabend, mit denen er seine Vorwürfe zurückgenommen hatte. Emcke selbst äußerte sich zu dem Gespräch mit Ziemiak zunächst nicht.

Ziemiak hatte nach heftiger Kritik an seinen Äußerungen auf Twitter vom Samstag am Dienstagabend auf Twitter geschrieben, er habe ein längeres und gutes Telefonat mit Emcke geführt. "Miteinander reden ist besser als übereinander. Bin immer besonders sensibel, wenn ich Vergleiche mit Juden höre." Im Kontext der ganzen Rede werde deutlich, dass Emcke Hass und Lügen gegen Juden nicht vergleiche oder verharmlose.

Ziemiak hatte Emcke ursprünglich eine "geschichtsvergessene Entgleisung" vorgeworfen - dafür war der CDU-Generalsekretär aber ebenfalls von mehreren Seiten kritisiert worden. Hintergrund ist ein Auftritt Emckes in Form einer Videobotschaft am ersten Tag des Grünen-Bundesparteitags.

Sie hatte am Freitagabend gesagt: "Die radikale Wissenschaftsfeindlichkeit, die zynische Ausbeutung sozialer Unsicherheit, die populistische Mobilisierung und die Bereitschaft zu Ressentiment und Gewalt werden bleiben. Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen." Emcke zeigte bei dem kritisierten Zitat im Video Gänsefüßchen, etwa vor der Formulierung "Eliten" oder "Juden und Kosmopoliten".

Am Dienstag erklärte Ziemiak nach dem Telefonat, Emcke engagiere sich seit jeher für die Demokratie und gegen Antisemitismus. "Diese klare Haltung wollte ich nicht infrage stellen. Eine differenzierte Auseinandersetzung erfordert bei diesem Thema meistens mehr Raum als einen Tweet - das nehme ich mir zu Herzen", erklärte Ziemiak. Am Mittwochmittag schrieb er dann auf Twitter: "... und deshalb habe ich den ursprünglichen Tweet gelöscht." Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz reagierte und antwortete ebenfalls auf Twitter: "Finde ich gut, Paul. Danke!"

Emcke wurde unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet und ist auch regelmäßige Autorin der Süddeutschen Zeitung.

© SZ/dpa/kast/saul
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