Süddeutsche Zeitung

Zerstörung in Mali:Islamisten wüten in Timbuktu

Widerwärtige Taten, Barbarei, ein krimineller Akt: Die Unesco und Malis Kulturministerin Diallo ächten die Zerstörung von Moscheen und Mausoleen in der Weltkulturerbestadt Timbuktu. Mali selbst will vor den Internationalen Gerichtshof ziehen.

Als "widerwärtige Taten" hat die UN-Kulturorganisation Unesco die Zerstörung der Welterbestätten in der historischen Wüstenstadt Timbuktu durch radikale Islamisten verurteilt. Sie fordert in einer am Dienstag in Stankt Petersburg veröffentlichten Erklärung das sofortige Ende der "verabscheuungswürdigen" Taten.

Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova wurde aufgerufen, einen Sonderfonds einzurichten, der dem westafrikanischen Land bei der Bewahrung seines kulturellen Erbes helfen soll. Sobald es die Situation erlaube, müsse eine Mission der Unesco das Ausmaß der Schäden in Timbuktu überprüfen, hieß es bei der Tagung des Komitees in Sankt Petersburg weiter.

Malis Kulturministerin Fadima Toure Diallo bezeichnete die Zerstörung der Weltkulturerbestätten in Timbuktu als Barbarei und kriminellen Akt. "Wir sind ein laizistisches Volk, die Regierung ist laizistisch. Das ist ein Angriff auf unsere Integrität und Kultur", erklärte die Politikerin. Wie die Ministerin bestätigte, haben die Rebellen neben sieben Mausoleen auch die "heilige Tür" der Sidi-Yahia-Moschee in Timbuktu eingerissen. Mali will nun vor den Internationalen Gerichtshof ziehen. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) kündigte für Samstag einen Sondergipfel zur Lage in Mali an.

Am letzten Juni-Wochenende hatten islamistische Extremisten sieben der sechzehn Mausoleen in Timbuktu zerstört. Die Stadt gehört seit 1988 zum Weltkulturerbe. Seit Ende Juni stehen die Heiligtümer von Timbuktu auf der roten Liste der gefährdeten Welterbestätten.

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