Zensur in China Dalai Lama und Prinz Qing

Prinz Qing

Prinz Qing Yikuang war ein hoher Beamter unter der Mandschu-Kaiserin Cixi, der Regierungsposten verkaufte und das damit verdiente Geld auf der britischen HSBC-Bank hortete. Die zentrale Disziplinarkommission - die Korruptionsjäger der KP - stellte am 25. Februar einen Artikel über Prinz Qing auf ihre Webseite, was unter Lesern sofort wilde Spekulationen auslöste, welcher hohe Kader mit dieser historischen Analogie gemeint sein könnte. Sprich: wer also der nächste "Tiger" ist, der der laufenden Antikorruptionskampagne ins Netz gehen soll. Viele tippten auf das ehemalige Politbüromitglied Zeng Qinghong. Mittlerweile sind viele Kombinationen von Zengs Namen und dem Prinzen als Suchwörter gesperrt. Gleichzeitig teilte der Oberste Staatsanwalt dem Volkskongress mit, dass man im vergangenen Jahr mehr als 28 Beamte vom Rang eines Ministers wegen Korruption untersucht und ihre "illegal erworbenen Reichtümer" beschlagnahmt habe.

Die New York Times rechnete derweil auf der Basis der Reichen-Rangliste des in Shanghai veröffentlichten "Hurun Report" das Vermögen der Abgeordneten von Volkskongress und Politischer Konsultativkonferenz zusammen und kam auf eine Summe von 463,8 Milliarden Dollar. Insgesamt 18 der chinesischen Abgeordneten besitzen demzufolge jeweils alleine ein größeres Vermögen als alle 535 US-Kongress-Abgeordneten zusammen.

Dalai Lama

Dalai Lama Kommunistische Partei will Wiedergeburt des Dalai Lama erzwingen
China

Kommunistische Partei will Wiedergeburt des Dalai Lama erzwingen

Ausgerechnet die chinesische Regierung fordert nach dem Tod des derzeitigen Dalai Lama die Fortsetzung einer jahrhundertealten Tradition. Doch das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten zweifelt an seiner Reinkarnation.

Der 15. Dalai Lama, spirituelles Oberhaupt der Tibeter, wird im Juli 80 Jahre alt. Mehrmals hatte er zuletzt angedeutet, er könnte vielleicht der letzte Dalai Lama sein, die Praxis der Wiedergeburt mit ihm verschwinden - offenkundig aus Angst, Chinas Behörden könnten nach seinem Tod einen ihnen genehmen neuen Dalai Lama installieren. Der Zorn chinesischer Funktionäre über diese Aussage des Dalai Lama entlud sich in mehreren Erklärungen am Rande des NVK. Am Mittwoch beschuldigte Zhu Weiqun den Dalai Lama des "Verrats" an seiner Religion und befand: "Die Macht der Entscheidung über die Wiedergeburt des Dalai Lama . . . liegt bei der chinesischen Zentralregierung." Eine Haltung, zu der wiederum Lobsang Sangay, der Premier der tibetischen Exil-Regierung im indischen Dharamsala zu sagen hatte, das sei in etwa so, als wolle Fidel Castro den nächsten Papst bestimmen. "Eine atheistische Partei will über die Reinkarnation eines Lamas bestimmen?", heißt es in einem der vielen gelöschten Weibo-Beiträge zu dem Thema: "Das ist mir zu hoch, das kapiere ich nicht."