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Zahlen der Bundesregierung:Hunderte Übergriffe auf Politiker in Deutschland

Attentat auf Oberbürgermeisterinkandidatin Reker

Tatort der Attacke auf Henriette Reker 2015.

(Foto: dpa)

Nötigung, Brandstiftung, Körperverletzung: Das Bundesinnenministerium hat mehr als 800 Übergriffe seit Jahresbeginn gezählt. Meistens sind die Täter rechtsextrem.

Im vergangenen Oktober ist Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Ihr Fall beherrschte wochenlang die Medien - und er kommt nun in den Sinn, wenn man die neuesten Zahlen des Innenministeriums zu Übergriffen auf Politiker in Deutschland sieht. Diese sind alarmierend hoch.

Mehr als 800 sind es seit Beginn des Jahres, die Hälfte der Übergriffe auf Amts- und Mandatsträger geht auf das Konto von Rechten. Die Zahlen stehen in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zur Entwicklung rechter Gewalt, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Körperverletzung oder Brandstiftung

Bei 18 Taten von insgesamt 813 handelt es sich demnach um Gewalttaten wie Körperverletzung oder Brandstiftung. Andere Delikte waren etwa Volksverhetzung, Sachbeschädigungen oder Nötigung. Den 384 Übergriffen von rechten Tätern stehen 97 Übergriffe aus dem linken Spektrum gegenüber. Vergleichszahlen aus dem Vorjahr liegen nicht vor, da die Zählung in dieser Form zum ersten Mal durchgeführt wurde.

In der Anfrage wurden auch Straftaten gegen Medien und Religionsgemeinschaften abgefragt. Gegen Medien wurden von der Polizei 93 Straftaten gezählt, gegen religiöse Gemeinden, Einrichtungen und Repräsentanten 37 Straftaten. Hilfsorganisationen und ehrenamtliche Helfer wurden in diesem Jahr bereits 123 Mal Opfer von Übergriffen. Fast alle Täter werden dem rechten Spektrum zugeordnet.

© SZ.de/lalse/dayk/leja

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