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Ypern im Ersten Weltkrieg:Schauplatz blutiger Stellungskämpfe

Im Ersten Weltkrieg war die flämische Stadt Ypern besonders umkämpft. Historische Bilder zeigen Häuserruinen, Giftgaseinsätze und den jungen Gefreiten Adolf Hitler.

12 Bilder

Ypern, 1915

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges lebten die Menschen in der Handelsstadt Ypern vor allem vom Tuchgeschäft. Schon im zweiten Kriegsjahr war die Stadt in weiten Teilen zerstört. Zwischen 1914 und 1918 wurden in und um die flämische Kleinstadt insgesamt vier Schlachten ausgefochten.

Deutsche Soldaten an der Westfront, 1914

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Nach dem Überfall der Deutschen auf das neutrale Belgien kam die Westfront Ende 1914 zum Stehen. Der größte Teil des Landes war von den Deutschen besetzt, doch bei Ypern hielten Franzosen, Briten und belgische Soldaten die Eindringlinge in Schach. Die Alliierten konnten die Stadt bis zum Kriegsende halten. Auf diesem Foto warten deutsche Soldaten bei Ypern auf den nächsten Angriff.

Schlachtfeld von Langemarck, 1914

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In drei großen Schlachten kämpften und starben unzählige Soldaten auf beiden Seiten. Bleibende Bekanntheit erlangte die erste Flandernschlacht durch den Langemarck-Mythos. Demnach sollen vier deutsche Regimenter, bestehend aus Abiturienten und anderen jungen Männern, singend bei dem Ort Langemarck nahe Ypern in den blutigen Kampf gezogen und dort fast alle getötet worden sein.

Im Bild: Leichen von im Kampf um Langemarck gefallenen Soldaten.

Deutsche Soldaten beim Angriff, 1915

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Die deutsche Führung versuchte mit der Mär vom heroischen Opfergang zu kaschieren, dass die Kommandeure unzureichend ausgebildete Soldaten in den sicheren Tod geschickt hatten - ohne militärischen Erfolg.

Im Bild: Deutsche Soldaten beim Angriff an der Westfront 1915.

Ypern, 1915

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Häuserruinen in Ypern auf einem Luftbild von 1915: Ein paar Monate zuvor, im Dezember 1914, kam es an Heiligabend zu einem spontanen Weihnachtsfrieden: Deutsche, britische und französische Soldaten legten die Waffen nieder, ohne dass es dafür eine offizielle Anordnung gab. Ein paar Kilometer vor den Toren der Stadt feierten die verfeindeten Soldaten Weihnachten und spielten Fußball.

Deutsche Soldaten in einem Schützengraben an der Westfront, 1915

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Auf diesem Foto widmen sich deutsche Soldaten 1915 in einem Schützengraben bei Ypern ihrer Feldpost. Bei dem Stellungskampf belagerten und bekämpften sich Deutsche und Briten jahrelang - die Front bewegte sich kaum.

Hitler im 1. Weltkrieg

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Auch der Gefreite Adolf Hitler war Teil der deutschen Truppen bei Ypern. Der Österreicher, der sich bei der bayerischen Armee freiwillig gemeldet hatte, erlebte dort im Herbst 1914 wohl das erste Mal Kämpfe. Diese Aufnahme zeigt den späteren Nazi-Diktator als Meldegänger mit Pickelhaube Ende 1914 in einem Unterstand in Flandern.

Zerstörte Kathedrale von Ypern

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Im Krieg wurde die St.-Martins-Kathedrale von Ypern zerstört. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert war die Stadt der Sitz des gleichnamigen katholischen Bistums.

Deutsche Soldaten während eines Gasangriffs bei Ypern, 1915

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Der Name Ypern steht auch für eine grausame Premiere: Am 22. April 1915 setzten deutsche Soldaten dort zum ersten Mal Giftgas ein - flüssiges Chlor. Hunderte alliierte Soldaten starben, viele überlebten mit teils schweren Verätzungen.

Britische Soldaten mit Gasmasken, 1917

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Etwa zwei Jahre später, am 12. Juli 1917, setzten deutsche Truppen am selben Ort erstmals Senfgas ein - es ist seitdem auch als "Yperit" bekannt. Dieses Foto zeigt britische Infanteristen mit Gasmasken in einem Schützengraben in Flandern.

Deutsche Soldaten an der Westfront, 1914

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Die deutschen Kommandeure verheizten ihre Soldaten teilweise regelrecht, um Ypern zu erobern. Auch dieser Vater und sein Sohn kämpften in einem Infanterieregiment nahe Ypern.

Zerstörte Häuser in Ypern

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Insgesamt starben in und um die belgische Kleinstadt etwa eine halbe Million Soldaten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das zerstörte Ypern teilweise originalgetreu wieder aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1940, nahm die deutsche Wehrmacht Ypern kampflos ein.

© SZ.de/kbb/odg
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