Worte der WocheAttacke der Altkanzler

Für Angela Merkel glich die Woche einer Achterbahnfahrt: Ein Altkanzler kritisierte den Kurs der Bundesregierung und ein amerikanisches Magazin kürte sie zur "mächtigsten Frau der Welt". Für andere Politiker waren die vergangenen Tage nur von kritischen Stimmen geprägt.

"Deutschland ist schon seit einigen Jahren keine berechenbare Größe mehr - weder nach innen noch nach außen."

Altkanzler Helmut Kohl (CDU) kritisierte die Außen- und Europapolitik der Bundesregierung. Ohne Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Außenminister Guido Westerwelle namentlich zu nennen, kritisierte Kohl eine generelle Orientierungslosigkeit. Am Samstag dann ruderte Kohl via "Bild" zurück: Seine Kritik wolle er nicht als Abrechnung mit Merkel verstanden wissen. Ihm sei bewusst gewesen, "dass manche Aussagen des Interviews besondere Aufmerksamkeit erfahren würden", sagte Kohl. Aber: "Mein Interview ist natürlich auch keine Abrechnung." "Daran habe ich nie ein Interesse gehabt, damit fange ich jetzt, mit 81 Jahren, auch nicht an." Seine Äußerungen würden von der Opposition leichtfertig instrumentalisiert. Er habe vielmehr ein "positives Zeichen" setzen und "Optimismus verbreiten" wollen: "Meine Botschaft ist ein klares Ja zur Zukunft Deutschlands, das heißt unseres Landes mitten in Europa."

Dabei bekam er für seine ursprüngliche Äußerung durchaus Unterstützung - auch von einem anderen Altkanzler.

Bild: REUTERS 27. August 2011, 09:392011-08-27 09:39:58 © sueddeutsche.de/maza/lala