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Wohnungspolitik - Hannover:Bauminister Lies will Wohnungsbau erleichtern

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Hannover (dpa/lni) - Angesichts des steigenden Bedarfs an Wohnraum will Niedersachsens Bauminister Olaf Lies (SPD) den Bau von Wohnungen erleichtern. "Wir müssen wieder Anreize setzen, dass privates Kapital oder Kapital von Gesellschaften in die Schaffung von Wohnraum investiert wird", sagte Olaf Lies bei der Vorstellung des Wohnungsmarktberichtes am Donnerstag in Hannover. "Dafür müssen wir von Normen runter, es erleichtern, es günstiger machen".

Maßnahmen dafür sollen mit einer Novellierung der Bauordnung bis zum Sommer 2024 geschaffen werden. Um die Wohnbaukosten für den Neubau und den Umbau im Bestand zu senken, sollen demnach die Standards und Normen herabgesetzt und keine zusätzlichen Anforderungen gestellt werden, kündigte Lies an.

Der am Donnerstag vorgestellte Wohnungsmarktbericht prognostiziert, dass bis zum Jahr 2040 knapp 237.000 zusätzliche Wohnungen in Niedersachsen benötigt werden. Der Höchststand der Haushaltszahlen und des Neubaubedarfs werde zum Jahreswechsel 2030/2031 erwartet, hieß es.

Vor allem gestiegene Energie- und Baukosten wirkten sich deutlich auf die Zahl der Neubau-Projekte in Niedersachsen aus. "Der Neubau bricht ein", sagte Robert Koschitzki von der NBank in Hannover. Die Zahl neu gebauter Wohnungen im Land werde sich laut Prognose im Vergleich zu 2022 bis zum Jahr 2024 auf 17.000 Wohnungen halbieren. Für das Jahr 2023 werden voraussichtlich noch 25.400 neue Wohnungen fertiggestellt. Die Schätzung basiert auf der Anzahl an Baugenehmigungen der Vorjahre.

Im Vergleich mit dem Jahr 2021 wird bis zum Jahr 2040 laut Bericht die Einwohnerzahl in Niedersachsen insgesamt um etwa 124.000 Menschen auf 8,15 Millionen Menschen steigen. Die Zahl der Haushalte in Niedersachsen bleibe jedoch bei etwa 4 Millionen, weil die Zahl der Haushalte von Paaren und Familien geringfügig ansteigen werde.

Bis zum Jahr 2040 wird durch den demografischen Wandel ein Wohnungsüberschuss von etwa 99.000 Wohnungen erwartet. Also die Anzahl an Wohnungen, die leer stehen. Das sind knapp 67.000 Wohnungen weniger als noch bei der Prognose vor zwei Jahren. Die niedrigeren Wohnungsüberhänge seien auch eine Folge der verstärkten Zuwanderung.

"Der Druck auf den Mietwohnungsmarkt wird sich erhöhen", sagte die Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen, Susanne Schmitt. Die Nachfrage werde auch immer stärker von Haushalten mit kleinem Geldbeutel geprägt sein. "Jetzt gilt es, sich auf den Geschosswohnungsbau zu fokussieren und diesem absolute Priorität einzuräumen", forderte sie.

Der Wohnungsmarktbericht des niedersächsischen Bauministeriums, der NBank sowie des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft erscheint alle zwei Jahre. Er analysiert die Gründe für die Entwicklung von Miet- und Kaufpreisen in Niedersachsen und soll Handlungsempfehlungen und Perspektiven für die kommenden Jahre aufzeigen.

© dpa-infocom, dpa:231116-99-971476/3

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