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Wirtschaft:Zwei Welten auf einem Podium

Der "SZ-Wirtschaftsgipfel" im Berliner Hotel Adlon begann im Jahr 2007 als Experiment. Würde es gelingen, Wirtschaft und Politik auf einem Kongress zusammenzubringen?

Von Marc Beise

Angela Merkel war gereizt, und sie zeigte es. Seit vielen Monaten bereits schlug sich die Kanzlerin mit den Folgen der Finanzkrise herum. Gemeinsam mit ihrem Finanzminister Peer Steinbrück hatte sie unzählige Krisengespräche geführt, hatte hilflose Banker erlebt, deren Geldhäuser retten und öffentlich ein Versprechen geben müssen: "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein", das war am 5. Oktober 2008. Ein Jahr später also stand sie nun am Rednerpult des Hotels Adlon in Berlin vor führenden Vertretern der deutschen Wirtschaft und wollte etwas loswerden. Mit nüchternen Worten, die aber gerade deshalb eine Wirkung wie Peitschenhiebe entfalteten, forderte Merkel von den Managern ihren Teil an der Bewältigung der Krise ein. Sie warf den Bankenvertretern vor, dass sie schon wieder "eine ziemlich dicke Lippe" riskierten. Im Saal wurde es mucksmäuschenstill.

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