Der Wirecard-Prozess:Ist er ein Betrüger oder ein Betrogener?

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Der Wirecard-Prozess: Markus Braun und Jan Marsalek

Markus Braun und Jan Marsalek

(Foto: Stefan dimitrov)

Anders als Jan Marsalek ist Ex-Wirecard-Chef Markus Braun nicht geflohen. Er sieht sich eher als Opfer. Für die Staatsanwaltschaft ist er der Kopf einer kriminellen Bande. Nun beginnt in München der Prozess gegen ihn.

Von Özge Inan, Lena Kampf, Lisa Nienhaus, Klaus Ott, Jörg Schmitt und Ralf Wiegand, München

Das letzte Mal, dass man ihn in der Öffentlichkeit sah, war vor ziemlich genau zwei Jahren. Markus Braun saß an einem Tisch im Saal 2.600 des Paul-Löbe-Hauses, er schaute sehr ernst zwischen zwei schlanken Mikrofonen hindurch, der Kopf erhoben, der Mund ein schmaler Strich, die Wangen blass. Die Mikrofone hätte er gar nicht gebraucht. Braun schwieg, als er zum Wirecard-Untersuchungsausschuss in den Bundestag kam. Nur sein Geburtsdatum nannte er. Um ihn herum toste ein Sturm der Empörung, die Ausschussmitglieder schmissen den Zeugen Braun mit Fragen zu, von denen er keine beantwortete. Nicht hier. Gerichte sollten dereinst "den Verbleib der veruntreuten Unternehmensgelder klären", ließ Markus Braun damals der Politik mitteilen, in einer vorbereiteten Erklärung. Dann wurde er wieder in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Augsburg-Gablingen gebracht.

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