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Wikileaks: US-Außenpolitik:Wenig Schmeichelhaftes über Erdogan

Beispiel Nordkorea: Die Botschafterin in Südkorea, Kathleen Stephens, berichtet, dass Südkorea mit einem Zusammenbruch des Regimes in Nordkorea rechnet - und für den Fall China mit großzügigen Handelsangeboten ködern will. So sollten dem großen Nachbarn Sorgen vor einem wiedervereinigten und mit den USA verbündeten Korea genommen werden.

Silvio Berlusconi, Vladmir Putin

"Üppige Geschenke", "lukrative Energieverträge", "zwielichtige" Vermittler: US-Diplomaten sind beunruhigt darüber, dass Silvio Berlusconi sich immer mehr zum Sprachrohr seines Freundes Wladimir Putin entwickelt.

(Foto: AP)

Beispiel Russland: Mit Argwohn haben US-Diplomaten die Verbindungen zwischen Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi und Russlands Premier Wladimir Putin beobachtet und von "üppigen Geschenken", "lukrativen Energieverträgen" und "zwielichtigen" russischen Vermittlern berichtet. Sie lassen Außenministerin Hillary Clinton wissen, dass Berlusconi sich "zunehmend zum Sprachrohr Putins" in Europa entwickle.

Beispiel Türkei: Über Premier Tayyip Erdogan kabelten die US-Diplomaten, er umgebe sich "mit unterwürfigen Beratern". Er habe sich von "zuverlässigen Informationen" abgeschottet, was zum Teil "seine Unfähigkeit erklärt, Zusammenhänge zu verstehen".

Beispiel Libyen: Aus den Dokumenten geht hervor, wie beleidigt der libysche Diktator Muammar el Gaddafi wirklich war, als ihm die USA während seines UN-Besuchs in New York im vergangenen Jahr die Errichtung seines Wüstenzelts und die Visite von Ground Zero untersagten: Gaddafi wollte daraufhin, entgegen vorheriger Zusagen, hochangereichertes Uran nicht nach Russland zurückgeben. Außerdem wird berichtet, dass der Diktator selten ohne Begleitung seiner ukrainischen Krankenschwester erscheine, "einer sinnlichen Blondine".

© SZ vom 29.11.2010/com/mati
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