Wikileaks-Informant:US-Ankläger werfen Manning Unterstützung von al-Qaida vor

22 Anklagepunkte werden gegen Bradley Manning erhoben - einer davon ist die Unterstützung von al-Qaida. Der mutmaßliche Wikileaks-Informant soll mit der Weitergabe von Geheimdokumenten dem Terrornetzwerk in die Hände gespielt haben.

Bisher war lediglich von der Unterstützung des Feindes die Rede - jetzt werden die Vorwürfe gegen Bradley Manning konkreter: Der mutmaßliche Wikileaks-Informant soll nach Ansicht der US-Streitkräfte mit seinen Taten die Terrororganisation al-Qaida unterstützt haben. Der US-Soldat wird beschuldigt, hunderttausende geheime Unterlagen des Außenministeriums, Berichte aus Kriegseinsätzen sowie das Video eines Kampfhubschraubereinsatzes heruntergeladen und an die Enthüllungsplattform weitergeleitet zu haben.

Bradley Manning

Bradley Manning verlässt nach seiner Anhörung das Gerichtsgebäude auf dem Militärstützpunkt Fort Meade.

(Foto: REUTERS)

Manning war bereits zuvor in 22 Punkten angeklagt worden, unter anderem wegen des schwerwiegenden Vorwurfs der Unterstützung des Feindes. Dafür droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Erst bei einer Anhörung am Donnerstag stellte die vorsitzende Militärrichterin Denise Lind jedoch klar, welcher Feind dies konkret sei. Die Anklage vertrete den Standpunkt, dass Manning indirekt al-Qaida auf der arabischen Halbinsel geholfen habe, sagte Lind. Bei der Anhörung auf dem Militärstützpunkt Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland verlas Lind Antworten der Militärstaatsanwaltschaft auf Fragen der Verteidigung.

Der Prozesstermin für Manning könnte noch in dieser Woche bekannt gegeben werden. Am Freitag soll er noch einmal vor dem Militärgericht erscheinen. Bei der jüngsten Anhörung Ende Februar war noch kein Termin festgelegt worden.

Mannings Anwalt forderte das Militärgericht auf, die Klage gegen seinen Mandanten abzuweisen. Zur Begründung führte Verteidiger David Coombs Fehler bei der Übergabe von Dokumenten in dem Fall an. Er kritisierte, der Verteidigung würden von ihr angeforderte wichtige Dokumente vorenthalten.

© Süddeutsche.de/dapd/AFP/sebi/olkl
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