Wikileaks-Gründer Assange will Botschaft Ecuadors "bald" verlassen

Zwei Jahre sitzt er in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Jetzt kündigt Julian Assange an, die Vertretung "bald" verlassen zu wollen.

  • Wikileaks-Gründer Julian Assange will die ecuadorianische Botschaft "bald" verlassen, lässt den Zeitpunkt jedoch offen.
  • Britische Medien berichten über eine schwere Krankheit Assanges.

Julian Assange gibt Pressekonferenz in London

Seit zwei Jahren hält sich Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um sich einer möglichen Auslieferung nach Schweden zu entziehen. Jetzt kündigt er an, die Vertretung "bald" verlassen zu wollen, ohne jedoch einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño, der während der Pressekonferenz an Assanges Seite sitzt, ruft dazu auf, eine politische Lösung zu finden. "Diese Situation muss ein Ende haben", sagt er. Gleichzeitig versichert er, Assange genieße weiterhin den Schutz des lateinamerikanischen Landes. Guardian-Reporterin Esther Addley zitiert einen Wikileaks-Sprecher mit den Worten, Assange wolle sich nicht den Behörden stellen, sondern hoffe auf freies Geleit seitens Großbritanniens.

Assange sitzt seit zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft fest

Der Australier war im Juni 2012 in das kleine Botschaftsgebäude im schicken Westen Londons geflohen, nachdem er alle Rechtsmittel gegen ein Auslieferungsgesuch der schwedischen Justiz ausgeschöpft hatten. Dort wollen Behörden ihn zu Vorwürfen sexueller Vergehen befragen. Assange bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert und fürchtet nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats drohen könnte. Bisher gibt es aber weder in Schweden oder den USA eine Anklage gegen Assange, noch ein US-Auslieferungsgesuch. Wikileaks hatte mit der Veröffentlichung sensibler Dokumente zu den Kriegen im Irak und Afghanistan sowie der Publikation Zehntausender US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen.

Britische Medien berichten über schwere Krankheit des Wikileaks-Gründers

Assange stellt in der Pressekonferenz klar, dass er die Botschaft nicht aus den in Medienberichten genannten Gründen verlassen werde. Der britische Nachrichtensender Sky News und andere Medien der Murdoch-Gruppe hatten am Sonntag berichtet, Assange habe schwere Gesundheitsprobleme. Demnach habe er Herzprobleme, ein chronisches Lungenleiden und einen gefährlich hohen Blutdruck. Assange reagiert in der Pressekonferenz ausweichend auf Fragen nach seinem Gesundheitszustand. Immerhin befinde er sich seit zwei Jahren in geschlossenen Räumen, ohne die Möglichkeit, an die Sonne zu gehen, sagt er. Das habe natürlich körperliche Folgen.

Linktipp:

  • Der Anwalt und Journalist David Allen Green verweist auf zwei Artikel, die er im August 2012 geschrieben hat. "In den vergangenen zwei Jahren ist nichts passiert, das meine juristische Analyse ändern würde. Assange sollte nach Schweden gehen". Es gibt eine Kurzversion, in der sich Green mit fünf populären "Mythen" auseinandersetzt und eine Langversion, in der er die grundlegenden Punkte detailliert analysiert.