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Wien:Satt werden am Naschmarkt

Von Karin Kampwerth

Jetzt sind wir schon so weit, dass die Kinder uns Reisetipps geben. "Wenn du satt werden willst, gehst du auf den Naschmarkt", empfiehlt die Tochter in Erinnerung an ihre Klassenfahrt nach Wien. Klingt vielversprechend, denn üblicherweise ist die Kasse der Jugendlichen bei solcher Gelegenheit klamm, ihr Geld haben sie längst in der "Räuberhöhle" im Bezirk Favoriten ausgegeben. Also auf zum "All you can eat - for free". Am ersten Stand werden getrocknete Orangenscheiben, Ananasringe und Ingwer probiert. Und weiter: mozzarellagefüllte Oliven, scharfe Salami, Baklava, Bergkäse. Die Häppchen-Völlerei aber ist nicht jedermanns Sache. Das Angebot, ein Stück Kaminwurz zu kosten, schlägt ein Herr dankend aus. Doch die Verkäuferin hält ihm energisch die Wurst vor die Nase. "Ist das hier der Naschmarkt? Ja oder ja?" Widerstand zwecklos. Der Mann greift zu.

Dieser Text ist zuerst am 25. Oktober 2019 in der SZ erschienen.

© SZ vom 26.10.2019

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