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Wie es nach Chávez' Tod weitergeht:Kanonendonner für den "Comandante"

Hugo Chavez Star des linken Lateinamerika Bilder

Umstrittener Präsident

Star des linken Lateinamerika

Der Kampf des "Comandante" gegen den Krebs ist vorbei: Mit 58 Jahren ist Venezuelas Präsident gestorben. Noch im Februar hatte die Regierung aktuelle Fotos veröffentlicht - er selbst meldete sich per Twitter zu Wort. Chávez war mit seinem "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zum Star des linken Lateinamerikas geworden. Etappen seines Lebens in Bildern.

Venezuelas charismatischer Staatschef Hugo Chávez ist tot - ein tiefer Einschnitt für das südamerikanische Land. Wie trauern Volk und Staat? Wer kommt zu seinem Begräbnis? Und wann wird der neue Präsident gewählt? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Hugo Chávez ist tot und es bleiben Fragen: Wie wird sich das über mehr als ein Jahrzehnt vom Chávismus geprägte Land ohne seinen Präsidenten entwickeln? Wie sieht es in der zweiten Reihe seiner Partei aus? Und wie geht es in den kommenden Tagen weiter? Ein Überblick.

Wann gibt es Neuwahlen in Venezuela?

Für den Fall, dass der venezolanische Präsident aus gesundheitlichen Gründen in den ersten vier Jahren seiner Amtszeit ausfällt, muss laut der Verfassung binnen 30 Tagen ein Nachfolger gewählt werden. Hugo Chávez war aufgrund seiner Krebserkrankung seit Oktober 2012 zwar nicht mehr in der Lage, sein Amt auszuführen, blieb aber formal Staatsoberhaupt. Die Geschäfte führt seitdem sein Vize Nicolás Maduro, den Chávez auch vor einigen Monaten als Nachfolger vorgeschlagen hat. Maduro hat nach Chávez' Tod die oberste Staatsgewalt bis zur Vereidigung des neuen Präsidenten inne. In Venezuela wird das Staatsoberhaupt direkt vom Volk bestimmt und bleibt sechs Jahre im Amt. Es kann jedoch nach der Hälfte der Legislatur per Referendum abgewäht werden.

Wer tritt bei der Präsidentschaftswahl an?

Maduro führt nicht nur die Amtsgeschäfte, sondern ist auch Wunschnachfolger des von Anhängern und Medien oft als "Comandante" bezeichneten Politikers. Maduro gehört ebenfalls der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) an. Es wird erwartet, dass er sich bei der kommenden Wahl ein Duell mit dem wichtigsten Oppositionspolitiker des Landes, Henrique Capriles Radonski, liefern wird. Der 40-Jährige ist Mitglied der Partei Primero Justicia und war bereits im Oktober 2012 angetreten. Damals verlor er als Kandidat eines Oppositionsbündnisses zwar gegen Chávez, erreichte aber mit 44,3 Prozent ein starkes Ergebnis. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass die Opposition so kurz nach Chávez' Tod die Wahl gewinnen wird.

Wie trauert das Land um seinen verstorbenen Staatschef?

Venezuela hat eine siebentägige Staatstrauer festgesetzt: Bis Freitag sollen alle öffentlichen Aktivitäten ruhen. Landesweit strömten bereits am Dienstag Chávez-Anhänger auf die Straßen, um zu trauern. Die Lage sei ruhig, sagte Verteidigungsminister Diego Molero, der die Armeepräsenz in den Städten verstärkt hat. Mehrere Länder Lateinamerikas, darunter Argentinien, Bolivien und Kuba, verhängten ebenfalls eine mehrtägige offizielle Staatstrauer. Bereits an diesem Mittwoch soll der verstorbene Staatschef landesweit mit 21 Kanonensalven geehrt werden, teilte Molero in Caracas mit. Bis zur Beisetzung des Verstorbenen soll dann jede Stunde ein Kanonenschuss ertönen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur AVN.

Wann wird Chávez beigesetzt, und wer kommt zum Begräbnis?

Der Leichnam soll im Laufe des Mittwochs vom Militärhospital Carlos Arvelo in die Militärakademie übergeführt und dort aufgebahrt werden. Die Bevölkerung soll die Gelegenheit bekommen, Chávez die letzte Ehre zu erweisen. Am Freitag werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs zur offiziellen Trauerfeier in Caracas erwartet, vor allem Gäste aus den befreundeten lateinamerikanischen Staaten, in denen der Linkspopulist während seiner Herrschaft zahlreiche Anhänger hatte. Einige spekulieren, dass Chávez in dem Mausoleum beigesetzt wird, das der Sozialist in Caracas für den Revolutionshelden Simón Bolivar errichten ließ. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge kostete das Bauwerk 140 Millionen Dollar.