Wie die illegalen Finanzpraktiken der CDU ans Licht kamen

Ein Ermittlungsverfahren gegen Walther Leisler Kiep gab den Anstoß: Der frühere CDU-Schatzmeister, der wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung per Haftbefehl gesucht wurde, stellte sich am 5. November 1999 der Augsburger Justiz.

Er berichtet von einer Millionenspende des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber. Schreiber habe ihm und dem langjährigen CDU-Finanzexperten Horst Weyrauch am 26. August 1991 in der Schweiz einen Koffer mit einer Million Mark Bargeld übergeben, die als Parteispende an die CDU gegangen sei.

Am Anfang waren Schreibers (re.) Spende und Kieps Aussage

(Foto: Archiv)

Kohl gibt an, nichts von der Spende zu wissen und weist später den Vorwurf von Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Panzergeschäft mit Saudi-Arabien zurück.

Nachdem Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler am 26. November Berichte über geheime CDU-Konten bestätigt, übernimmt Kohl die Verantwortung für die verdeckten Parteikonten.

Am 2. Dezember setzt der Bundestag einen Untersuchungsausschuss "Parteispenden und Waffenhandel" ein.

Zwei Wochen später räumt Kohl im ZDF ein, zwischen 1993 und 1998 Spendengelder in Höhe von 1,5 bis zwei Millionen Mark

illegal angenommen zu haben. Er sprach von einem "schlimmen Fehler", Namen der Spender wolle er aber wegen seines Ehrenwortes nicht nennen.

Am 31. Dezember korrigiert die CDU ihren Rechenschaftsbericht für 1998. Die Summe der nicht ordnungsgemäß verbuchten Spendengelder übersteigt den von Kohl genannten Betrag um rund 400.000 Mark.