Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt nach der Tötung eines freien Mitarbeiters in Gaza die Transporte von Schwerkranken aus dem Küstenstreifen vorerst aus. „Eine Person, die im Auftrag der Organisation in Gaza tätig war“, sei am Montag „bei einem Sicherheitsvorfall ums Leben gekommen“, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit.
Zwei WHO-Mitarbeiter, die ebenfalls vor Ort waren, seien unverletzt geblieben. Der Vorfall werde derzeit von den zuständigen Behörden untersucht, schrieb Tedros weiter. Nach dem Vorfall habe die WHO den für Montag geplanten medizinischen Transport von Patienten aus Gaza über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten gestoppt. Medizinische Einsätze blieben bis auf Weiteres ausgesetzt.
Tedros dankt Mitarbeitern für Einsatz trotz großer Risiken
„Wir sind unseren Kolleginnen und Kollegen, die trotz der Risiken Tag und Nacht arbeiten, um sicherzustellen, dass die Menschen in Gaza Zugang zu der Gesundheitsversorgung haben, die sie benötigen, zutiefst dankbar“, so Tedros. Die WHO fordere den Schutz der Zivilbevölkerung und der humanitären Helfer. Frieden sei die beste Medizin.
Die WHO bringt schwer kranke Patienten aus dem Gazastreifen nach Ägypten, wo sie medizinisch versorgt oder von dort in andere Länder weitergeleitet werden. Auch ein halbes Jahr nach Beginn der Waffenruhe im Gaza-Krieg bleibt die Lage im weitgehend zerstörten Küstenstreifen angespannt.

