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Guido Westerwelle:"Wir sind die Partei der Mutbürger"

Die eigenen Leute will Westerwelle "immun machen" gegen Angriffe von außen, auch aus den Medien. Immer wieder in ihrer wechselvollen Geschichte sei die FDP von vielen Zeitungen totgeschrieben worden, ruft er in den Saal. "Uns gibt es noch, die Zeitungen nicht mehr." Die Zuhörer lachen.

Gemeinsamkeit hat zuvor auch der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr beschworen. "Wir brauchen unser Führungspersonal nicht zu verstecken", hält er allen entgegen, die von Zweifeln an ihrem derzeitigen Vorsitzenden Rösler geplagt sind. "Wir sind die Partei der Mutbürger."

Da sind sich viele Zuhörer im Saal, trotz der Begeisterung des Augenblicks, nicht so sicher. "Viele trauen sich doch gar nicht mehr, sich zur FDP zu bekennen", sagt ein führender Liberaler. Zur Sorge um die Motivation der eigenen Leute gesellt sich die Befürchtung, in der schwarz-gelben Koalition in Berlin nicht mehr gebraucht zu werden. Niemand will darauf wetten, dass sich Bundespräsident Christian Wulff im Amt halten kann. Wenn dann ein Nachfolger gesucht werden müsste, liefe dies wohl auf einen Konsenskandidaten von Union und SPD hinaus. Die FDP hätte dabei nichts zu melden. Und auch bei dem jüngsten Streit um die Finanztransaktionssteuer glaubt manch maßgeblicher Liberale, dass die FDP ihren strikten Ablehnungskurs nicht werde durchhalten können. Allerdings: So weit, dass sie eine Rückkehr Guido Westerwelles auf den Parteivorsitz für die letzte Rettung halten, sind die meisten Liberalen dann doch noch nicht.