Michaela Obermeier, 50, Salzburg

"Für mich ist die europäische Integration Alltag - in meinem Job und im Privatleben. Ich wohne in Salzburg und arbeite in Bayern, fahre also täglich über die Grenze. Diese Grenzkontrollen kann ich nicht nachvollziehen, die machen den Menschen im Grenzgebiet nur das Leben schwer.

Ich arbeite in der Erwachsenenbildung und stelle dabei fest: Es ist nicht einfach, neben Bildung und Wissen auch Begeisterung über Europa zu vermitteln. Unter anderem deshalb habe ich mich zu dieser Veranstaltung der Werkstatt Demokratie angemeldet, weil ich neugierig auf Anregungen bin.

Ich mache mir Sorgen um Europa: Mir kommt es gerade so vor, als ob es eher rückwärts geht als vorwärts. Ich möchte mehr Europa und nicht weniger. Ich wünsche mir, dass die EU durchsetzungsstärker wird, wenn sich ein Mitglied nicht an die Vereinbarungen hält. Und ich wünsche mir eine Sozialunion. Dass die aber noch in weiter Ferne ist, spüre ich als deutsche Staatsbürgerin in Österreich: Welche Krankenversicherung wofür zuständig ist, von wem das Kindergeld kommen sollte, welches Finanzamt zuständig ist - das ist alles kompliziert und kann einem die Freude an Europa verderben."

Bild: Jessy Asmus 18. April 2019, 07:122019-04-18 07:12:05 © SZ.de/sebi/saul