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Werkstatt Demokratie:Wie weiter nach Corona?

Grundrechte, Arbeitswelt oder Solidarität - was treibt sie in Corona-Zeiten besonders um?

(Foto: Illustration Jessy Asmus)

Das SZ-Diskursprojekt Werkstatt Demokratie geht in eine neue Runde - auch und gerade in der Corona-Krise. Worüber wollen Sie diskutieren? Stimmen Sie hier und jetzt für Ihr Thema ab.

"In Zeiten von Corona", das liest man jetzt oft. Die Davor-Zeit wirkt weit weg und ist ein wenig fremd geworden, obwohl sie erst einige Monate zurückliegt. Sogar die Phrase ist mittlerweile abgenutzt, doch beschreibt "in Zeiten von Corona" noch immer die Gegenwart - und womöglich auch die Zukunft: Der Kampf gegen das Virus wird uns vermutlich noch länger begleiten. "Es kann sein, dass es nie mehr verschwindet", sagt Michael Ryan, der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Selbst wenn ein Impfstoff gefunden ist, wird Covid-19 uns und die Welt womöglich nachhaltig verändert haben. Die Frage ist nur: Wie verändert Corona die Welt? Wie können wir alle darauf Einfluss nehmen? Und was können wir aus der Krise lernen? Darüber wollen wir mit Ihnen diskutieren: in einer neuen Runde der Werkstatt Demokratie, dem Projekt zum Mit- und Bessermachen. Trotz und gerade in Zeiten von Corona.

Zum Start der vierten Runde des Diskursprojekts der SZ und der Nemetschek Stiftung stellen wir erneut drei Fragen zur Abstimmung. Sie haben die Möglichkeit zu entscheiden, welches dieser Themen wir für Sie recherchieren und mit Ihnen diskutieren sollen. Coronabedingt nicht bei einer Veranstaltung vor Ort, sondern diesmal ausschließlich im Netz - unter anderem bei Video-Workshops. Klicken Sie im Umfrage-Tool unten auf die Fragestellung, die Ihnen am drängendsten erscheint und stimmen Sie ab:

Die Umfrage ist beendet, mehr zum Ergebnis in Kürze.

Was steckt hinter den Themen?

Die Fragen zu den Themen sind bewusst offen gestellt. Wir wollen sie gemeinsam mit Ihnen beantworten - Anregungen aufnehmen, Schwerpunkte setzen sowie Probleme und Lösungsansätze herausarbeiten.

Thema 1: Vorsicht, Verbote, Verantwortung - wie schützen wir Grundrechte und Leben?

Die Aufregung über Verschwörungstheoretiker und so genannte "Hygienedemos" hat zuletzt oft die notwendige konstruktive Debatte über die Einschränkung von Grundrechten überlagert. Viele Menschen sind ernsthaft besorgt und halten es für unverhältnismäßig, dass unter anderem die Versammlungsfreiheit, die Berufsfreiheit oder die Glaubensfreiheit so kurzfristig und so umfassend beschnitten wurden. Andere fürchten, dass zu frühe und weitreichende Lockerungen der Beschränkungen Menschenleben, gerade in Risikogruppen, gefährden könnten. Wie also mit diesem zentralen Dilemma der Corona-Krise umgehen?

Thema 2: Lehren aus Corona - wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Auf einmal geht es: Home-Office statt Präsenzpflicht, Geschäftstermine per Telefon oder Video-Schalte. Aber nicht nur das. Es entwickelt sich eine neue Wertschätzung für so genannte systemrelevante Berufe, als die eben nicht nur Ärztinnen und Versorgungstechniker, sondern auch Erzieherinnen, Altenpfleger und Kassiererinnen gelten. Corona hat die Arbeitswelt in vielen Bereichen auf den Kopf gestellt - was wollen und sollen wir beibehalten?

Thema 3: Gemeinsinn statt Eigensinn - wie gelingt durch die Krise ein besseres Miteinander?

Allabendlich wird von den Balkonen herunter die "Ode an die Freude" gesungen, man näht Masken in Heimarbeit zum Verschenken und die Senioren aus dem dritten Stock mussten schon seit Wochen nicht mehr selbst einkaufen gehen - zu Beginn der Corona-Krise wuchsen Hilfsbereitschaft und Solidarität. Dann wurden unter anderem die Stimmen verschiedener Lockerungsbefürworter lauter, die zum Teil die Lösung in der Kasernierung der Risikogruppen sehen. Und jetzt? Wie lassen sich solidarische, gemeinwohlorientierte Tendenzen in die Nach-Corona-Zeit überführen?

Und was passiert dann?

Die Online-Abstimmung läuft bis Dienstag, 26. Mai. Tags darauf geben wir das Ergebnis bekannt - in der SZ, auf SZ.de und über die digitalen Kanäle der Werkstatt Demokratie (wenn Sie keine Neuigkeiten vom Projekt verpassen wollen, halten wir Sie dort auch mit Updates auf dem Laufenden - hier anmelden). Die Entscheidung fällt basisdemokratisch: Die Frage, für die am meisten Stimmen abgegeben wurde, steht im Zentrum der neuen Projekt-Runde.

Ihr Votum ist unser Arbeitsauftrag: Unmittelbar danach starten wir mit der Recherche zu dieser Fragestellung. Wegen der ohnehin sehr umfangreichen täglichen Corona-Berichterstattung in der SZ wird es keine gesonderte Themenwoche wie in den vorangegangenen Runden geben. Dennoch werden wir uns in mehreren Beiträgen besonders wichtigen Facetten des ausgewählten Themas widmen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir in der Woche vom 22. Juni an auf SZ.de und in der Süddeutschen Zeitung.

Diese Informationen sollen unter anderem die Basis bilden für die Online-Diskussionsrunden am Ende jener Woche. Weil größere Veranstaltungen von Angesicht zu Angesicht derzeit nicht oder zumindest nicht entspannt möglich sind, verlegen wir unsere Diskussions-Workshops ins Virtuelle. Bei moderierten Video-Workshops am 27. Juni wollen wir wie immer Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und verschiedenen Sichtweisen in Dialog bringen und gemeinsam Antworten suchen, die wir anschließend aufarbeiten und veröffentlichen. Anmelden können Sie sich vom 27. Mai an über sz.de/werkstatt_anmeldung.

Hier lesen Sie, was bislang recherchiert wurde, was hinter dem Projekt steckt und was die vorangegangenen Runden zu den Themen Wohnen, Europa und Klimakrise ergeben haben.

Wie können Sie mitmachen?

Mit Ihrer persönlichen Erfahrung, mit Recherchehinweisen, als Diskussionspartner und als Ideengeber. Sagen Sie uns, welche Aspekte wir besonders berücksichtigen sollen und was Sie umtreibt. Folgen Sie uns auf Twitter (@SZ_Demokratie) und werden Sie Mitglied in unserer Facebook-Gruppe. Mailen Sie uns (mit einem kurzen zusätzlichen Hinweis, wenn Sie in unseren - anonymen - Verteiler aufgenommen werden möchten). Und machen Sie bei den Online-Workshops mit, wenn wir mit Ihnen über genau dieses Thema debattieren. Mehr zum Projekt und warum es (uns) wichtig ist, finden Sie hier. Danke fürs Dabeisein!

© SZ.de/plin

Werkstatt Demokratie
:Gemeinsinn statt Eigensinn?

Beim Projekt Werkstatt Demokratie, einem Projekt der SZ und der Nemetschek Stiftung, setzen Sie die Themen, die wir mit Ihnen diskutieren wollen. Für die neue Runde haben Sie das Thema Solidarität in der Krise gewählt.

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