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Zweiter Weltkrieg:Als Aachen zur Kriegszone wurde

Im Oktober 1944 erobern US-Truppen als erste deutsche Stadt Aachen - die letzte Phase des Zweiten Weltkriegs beginnt.

Von Jeremias Schmidt

19 Bilder

Deutscher Posten an der Westgrenze, 1940 Westwall Zweiter Weltkrieg

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Im Oktober 1944 eroberten US-Truppen als erste deutsche Stadt Aachen. In den Wochen zuvor tobte ein brutaler Kampf um die alte Reichsstadt, in den das Nazi-Regime Jugendliche und modernste Panzer schickte. SZ Photo dokumentiert den Beginn der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges.

Im Herbst 1944 war der Zweite Weltkrieg auch am Boden an den Westgrenzen Deutschlands angekommen. Der von den Nazis errichtete Westwall (hier ein Foto von 1940) konnte die alliierten Armeen unter Führung der Amerikaner nicht lange aufhalten.

Amerikanische Gefangene während der deutschen Ardennenoffensive, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Das Regime von Adolf Hitler versuchte noch einmal, mit der Ardennen-Offensive im Dezember 1944 die Oberhand zu erlangen. Doch trotz anfänglicher Erfolge, bei denen wie hier zu sehen auch viele US-Soldaten in Gefangenschaft gerieten, war die vollständige Niederlage nicht mehr abzuwenden. Weiter im Norden war den Alliierten bereits im Oktober 1944 ein Erfolg gelungen, der die deutsche Bevölkerung tief beeindruckte: die Eroberung der alten Reichsstadt Aachen.

Deutsche Schützenpanzer bei Aachen, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Nach dem totalen Zusammenbruch der deutschen Armeen in Frankreich schien das Kriegsende absehbar. Nicht wenige alliierte Soldaten rechneten damit, bis Weihnachten 1944 wieder zu Hause zu sein. Doch noch war die deutsche Kriegsmaschinerie nicht besiegt. Dieses Bild zeigt Schützenpanzerwagen mit Besatzungen bei Aachen.

Deutsche Flüchtlinge in Aachen, 1944

Quelle: SZ Photo/SZ Photo

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Aachen wurde zur Kriegszone. Zehntausende Zivilisten flüchteten mit ihren wenigen verbliebenen Habseligkeiten aus dem Kampfraum in das Hinterland.

Artillerie der Wehrmacht während der Schlacht um Aachen, 1944

Quelle: SZ Photo/SZ Photo

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Nachdem während des Rückzuges aus Frankreich abertausende Geschütze unwiederbringlich verloren gingen, behalf man sich auf deutscher Seite zunehmend mit alten Beutewaffen. Hier feuern Artilleristen der Wehrmacht eine erbeutete sowjetische 152-mm-Haubitze auf amerikanische Truppen ab.

Deutsche Soldaten während der Schlacht um Aachen, 1944

Quelle: SZ Photo/SZ Photo

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Trotz dieser verzweifelt anmutenden Maßnahmen litten viele alliierte Soldaten an den traumatischen Folgen permanenter Detonationen. Den Deutschen erging es nicht viel besser, sie traf die geballte Macht der anglo-amerikanischen Kriegsmaschinerie mit schier unerschöpflichen Vorräten an Munition und Geschützen. Gerade der Infanterie blieb nicht viel mehr übrig, als sich möglichst tief einzugraben, wie hier an einem Fluss nahe Aachen.

Deutsche Soldaten an der Westfront, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit gingen die Deutschen immer wieder zu Gegenangriffen in die Flanken der Amerikaner über. Auf diesem Bild rücken Männer einer Volksgrenadier-Division vor. Mit den ersten modernen Sturmgewehren und Panzerfäusten standen der deutschen Infanterie bessere Waffen denn je zur Verfügung. Doch die meisten Einheiten waren kaum ausgebildet und erlitten hohe Verluste.

Kämpfe um Aachen, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Die Stärke der panzerbrechenden Handwaffen zeigte sich vor allem bei urbanen Schlachtfeldern. Hunderte Panzer der Alliierten wurden in den unübersichtlichen Ruinen der deutschen Städte mit Panzerfäusten abgeschossen. Dieses Foto zeigt einen deutschen Soldaten, der am Eingang eines Weinkellers in den Straßen von Aachen Stellung bezogen hat.

Amerikanischer Soldat in Aachen, 1944

Quelle: SZ

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Adolf Hitler gab aus dem fernen Berlin einen seiner berüchtigten Durchhaltebefehle, den die Kommandanten bereitwillig weitergaben. So schickte die deutsche Seite neben regulären Soldaten auch unzählige Teenager und ältere Männer in den Tod. Lange aufhalten konnte das letzte Aufgebot die US-Armee nicht. Diese Aufnahme zeigt einen amerikanischen Soldaten während der Kämpfe im Aachener Stadtgebiet.

Deutsche Soldaten an der Westfront, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Doch die vom NS-Regime fanatisierten Deutschen kämpften erbittert weiter - zum Erstaunen der alliierten Kommandanten, die sich über den "unverünftig" agierenden Feind wunderten. Unser Bild zeigt zwei sichtlich abgekämpfte deutsche Soldaten bei einer Zigarettenpause während der Kämpfe um Aachen.

Deutsches Sturmgeschütz III bei Aachen, 1944 Zweiter Weltkrieg

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Immer seltener wurden deutsche Kampfpanzer. Aufgrund der weitaus einfacheren Konstruktion liefen stattdessen vermehrt Sturmgeschütze von den Bändern der deutschen Fabriken, die über keinen Turm verfügten. Hier ein getarntes Sturmgeschütz III in Aachen.

Deutsche Panzer VI "Tiger II" in Frankreich, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Diejenigen Kampfpanzer, welche die Wehrmacht noch ins Feld führen konnte, waren jedem alliierten Panzer überlegen. Auf diesem Foto haben deutsche Kampfpanzer vom Typ Tiger II' unter Bäumen vor Fliegersicht geschützt Stellung bezogen.

Sturmgeschütze bei Kämpfen im Raum Aachen, 1944

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Alt trifft neu: ein Bild, welches symbolisch für den Zustand der deutschen Streitkräfte jener Tage steht. Während Infanteristen mit Panzerfaust und Sturmgewehr 44 vorgehen, ist am Ende der Kolonne der Panzerfahrzeuge ein altes Sturmgeschütz III mit Stummelkanone zu sehen. Die veralteten Fahrzeuge wurden nach ihrer Ausmusterung zur Ausbildung genutzt und kamen in den letzten Kriegsmonaten wieder an der Front zum Einsatz.

US-Truppen marschieren in Deutschland ein, 1944 Zweiter Weltkrieg

Quelle: US-Army

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Unzählige US-Panzer wurden in der Schlacht um Aachen zerstört. Doch die Verluste wurden schnell wieder kompensiert, die materielle Überlegenheit der Alliierten war gewaltig. Mehr als 4000 amerikanische Sherman-Panzer wurden im Verlauf des Krieges an die UdSSR geliefert. Zum Vergleich: Von den gefürchteten deutschen "Tiger II" Panzern wurden nicht einmal 500 Exemplare produziert. Im Bild rollt ein US-Panzer durch Aachen.

Deutsche Soldaten ergeben sich den Amerikanern in Aachen, 1944

Quelle: SZ

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Mitte Oktober drangen die Amerikaner ins Aachener Zentrum vor. Wenige Tage später brach der Widerstand in der Stadt trotz Hitlers unbedingten "Haltebefehls" endgültig zusammen. Viele deutsche Soldaten, wie auf diesem Bild, ergaben sich.

Oberst Gerhard Wilck und sein Stab in Gefangenschaft, 1944

Quelle: SZ Photo/SZ Photo

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Der Kommandeur der Aachener Garnison, Oberst Wilck (Beifahrersitz) und drei Mitglieder seines Stabes (Rücksitz) in einem Jeep der U.S. Armee. Am 21. Oktober um 12 Uhr hatte Wilck zusammen mit den verbleibenden 3473 Verteidigern von Aachen kapituliert.

Amerikanischer Soldat in Aachen, 1944

Quelle: SZ

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Die US-Armee stand erstmals in einer deutschen Stadt - doch der Krieg sollte noch mehr als ein weiteres halbes Jahr toben. Auf diesem Foto steht ein amerikanischer Infanterist in Aachen vor der vom NS-Regime verbreiteten Warnung "Feind hört mit".

Kämpfe um Aachen, 1944 Zweiter Weltkrieg

Quelle: US-Army

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Zerbombte Häuser und Schuttberge nach der Eroberung Aachens durch die Amerikaner. Im Hintergrund ist der Dom zu sehen, in dem der Thron Karls des Großen steht. Die Nachricht von der Kapitulation der Reichsstadt wirkte wie ein Schock auf die deutsche Bevölkerung, die spätestens jetzt zum großen Teil begriff, dass der Krieg verloren war.

Gefallene Angehörige der Hitlerjugend an der Westfront

Quelle: Scherl/SZ Photo

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Der Kampf um Aachen war der Auftakt des Todeskampfes des "Dritten Reiches". Nur unweit östlich, im Hürtgenwald, ging das große Sterben weiter. Etwa 12 000 amerikanische Soldaten überlebten das wochenlange Gemetzel in den Wäldern nicht, genau wie diese Hitler-Jungen - zwei der etwa 28 000 deutschen Soldaten, die in der Schlacht um Aachen getötet wurden.

© SZ.de/odg/chrb
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