Weltjugendtag in Madrid Spanische Polizei verhindert Anschlag auf Papstgegner

Mit Chemie gegen die Gegner des Papstes: Offenbar konnte die spanische Polizei einen Anschlag auf Anti-Papst-Demonstranten gerade noch verhindern. Beamte verhafteten am Dienstagabend in Madrid einen ausländischen Studenten - auf seinen Laptops fanden sie eindeutige Notizen.

Die spanische Polizei hat womöglich einen Angriff auf Anti-Papst-Demonstranten beim Weltjugendtag in Madrid verhindert. Es sei ein ausländischer Student festgenommen worden, teilte die Polizei am Dienstagabend in der spanischen Hauptstadt mit.

Er stehe unter dem Verdacht, dass er einen geplanten Protestmarsch gegen Papst Benedikt XVI. am Mittwoch mit Hilfe von Stickgas und anderen Chemikalien angreifen wollte. Die Polizei beschlagnahmte nach eigenen Angaben bei dem Studenten mehrere Notebooks, in denen unter anderem Notizen über Chemikalien gefunden wurden.

Genauere Angaben über die Identität des Festgenommenen machte die Polizei nicht. Laut einem Bericht der Tageszeitung El País handelt es sich um einen Mexikaner, der mit einem Studentenvisum in Spanien lebt. Mehr als hundert Organisatoren und Gruppierungen haben für Mittwoch zu einem Protestmarsch gegen den Besuch von Benedikt XVI. in Madrid aufgerufen.

Der Protest richtet sich vor allem gegen die angeblich hohen Kosten, die den spanischen Steuerzahlern durch die Unterbringung Hunderttausender Pilger in öffentlichen Schulen und Sporthallen sowie durch die Sicherheitsmaßnahmen während des Papstbesuchs entstünden. Die Kirche bestreitet dies und betont, dass der Weltjugendtag sich selbst finanziere.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche will am Donnerstag zum Weltjugendtag in die spanische Hauptstadt kommen. Dieser wurde am Dienstagabend mit einer Messe unter freiem Himmel eröffnet, an der hunderttausende junge Katholiken teilnahmen.

Zu dem Weltjugendtag unter dem Motto "In Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben" haben sich nach Kirchenangaben 440.000 Teilnehmer aus aller Welt angemeldet; aus Deutschland sind 16.500 Jugendliche angereist. Zum Abschlussgottesdienst am Sonntag werden mehr als eine Million Besucher erwartet.