Weißes Haus:Bannon wird sich alle vornehmen - und am Ende vielleicht sogar Trump

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Bannon wird sie sich alle vornehmen auf Breitbart News. Und viele andere konservative Medien werden sich am großen Steve Bannon orientieren. Dort wird er schon jetzt als "populistischer Held" gefeiert.

Bannon kann damit massive Unruhe in die Trump-Regierung bringen. Lieber löst Bannon eine weitere Staatskrise aus, in der sich das Land ja ohnehin seit Trumps Amtsübernahme tagtäglich befindet, als dass er seinen Gegnern auch nur einen Millimeter Gelände kampflos überlässt.

Viel schlimmer aber: Bannon dürfte weiterhin jederzeit Zugang zum Präsidenten haben. Er dürfte mit sein wichtigster Einflüsterer bleiben, auch ohne Job und Titel im Weißen Haus. Vielleicht jetzt sogar erst recht. Bannon musste nicht gehen, weil Trump ihn loswerden wollte. Sondern weil Trumps neuer Stabschef Kelly fand, dass eine halbwegs routinierte Arbeit im Weißen Haus mit Bannon und seinem Schattenreich des Bösen nicht länger möglich war.

Jetzt muss Bannon nicht länger im Schatten stehen. Er kann ganz offen den Kampf aufnehmen. "Ich werde mit Breitbart eine verdammte Maschine schaffen. Und mit dem, was ich jetzt weiß, werde ich die Maschine auf Hochtouren bringen", sagte Bannon. Seine Loyalität, dessen darf sich der Präsident gewiss sein, galt letztlich nie Donald J. Trump. Sondern allein der nationalen Sache.

Im Weißen Haus dürften nach Bannons Abgang die sogenannten "Erwachsenen" die Oberhand gewinnen. Sollte Trump anfangen, auf deren Rat zu hören, dann wird auch Trump ein Gegner von Steve Bannon. Einen Vorgeschmack liefert Bannon schon mit seinem Satz: "Die Trump-Präsidentschaft, für die wir gekämpft haben und die wir gewonnen haben, gibt es nicht mehr."

Die gute Nachricht daran: Nur gemeinsam wären Trump und Bannon stark genug, auch 2020 einen Wahlsieg einzufahren. Gegeneinander aber werden Trumps Chancen massiv sinken.

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