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Wegen Massakers an Zivilisten im Irak:Frühere Blackwater-Söldner schuldig gesprochen

  • Vier ehemalige Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma Blackwater sind wegen eines Massakers an irakischen Zivilisten 2007 schuldig gesprochen worden.
  • Ein Datum für die Verkündung des Strafmaßes steht noch nicht fest.
  • Die Blackwater-Angestellten hatten mindestens 14 Zivilisten getötet - darunter auch Frauen und Kinder.

Ehemalige Blackwater-Mitarbeiter verurteilt

Vier frühere Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater sind im Prozess um die Tötung von mindestens 14 irakischen Zivilisten schuldig gesprochen worden.

Die Geschworenen an einem Bundesgericht in Washington verkündeten am Mittwoch einen Schuldspruch wegen Mordes, drei weitere Angeklagte wurden wegen Totschlags im Affekt schuldig befunden. Ein Datum für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest. Die Angeklagten hatten auf unschuldig plädiert.

Willkürlich auf Menschen geschossen

Die Blackwater-Mitarbeiter hatten laut der Anklage im September 2007 in Bagdad willkürlich in die Menge gefeuert. Einer US-Untersuchung zufolge wurden dabei 14 Zivilisten getötet, irakische Ermittlungen gehen von 17 Todesopfern aus. Das offenbar unprovozierte Blutbad im Zentrum der irakischen Hauptstadt sorgte für große Empörung und kostete Blackwater seine Aufträge im Irak. Die private Sicherheitsfirma war vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern beauftragt.

Nach dem Massaker benannte sich Blackwater zunächst in Xe um, seit 2011 heißt das Unternehmen Academi. Ein erster Prozess gegen die Beschuldigten war im Dezember 2009 geplatzt, im April 2011 ordnete ein Berufungsgericht in Washington dann die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen vier Angeklagte an. Der Prozess begann schließlich im Juni.

Die Staatsanwaltschaft erklärte in ihrem Schlussplädoyer, die unbewaffneten Zivilisten hätten für die Angeklagten keinerlei Gefahr dargestellt. "Warum feuerten sie auf so viele unschuldige Menschen. Warum?", fragte Staatsanwalt Anthony Asuncion. "Warum schossen sie auf Frauen und Kinder, die unbewaffnet waren?"

© SZ.de/AFP/fie/odg
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