Klimapolitik:UN-Wasserkonferenz endet mit hunderten "freiwilligen Selbstverpflichtungen"

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Von Dürreperioden, die Quellen versiegen lassen, bis hin zu zerstörerischen Regenfällen und Überschwemmungen - eine dreitägige UN-Wasserkonferenz sucht nach Lösungen. (Foto: dpa)

Die Vereinten Nationen hatten angesichts einer weltweit drohenden Wasserkrise zu einer dreitägigen Konferenz geladen. Generalsekretär Guterres hofft, dass die Versprechen der Länder nun auch realisiert werden.

Das Treffen sei ein nötiger Weckruf gewesen, bilanziert das World Resources Institute zum Abschluss der Wasserkonferenz in New York. UN-Generalsekretär António Guterres nimmt zum Ende des dreitägigen UN-Treffens die Länder beim Kampf gegen Trinkwasserknappheit in die Pflicht. Alle Hoffnung für die Menschheit "hängt davon ab, dass die wegweisenden integrativen und handlungsorientierten Verpflichtungen, die von den Mitgliedstaaten und anderen auf dieser Konferenz eingegangen wurden, realisiert werden".

Er spielte damit auf hunderte einzelne, nicht verpflichtende Maßnahmen und Projekte an, die unter anderem Staaten, Nichtregierungsorganisationen und die Freie Wirtschaft bei der Konferenz in den vergangenen zwei Tagen zugesagt hatten. "Es bedeutet, den Druck auf unser Wassersystem zu verringern", sagte Guterres.

Vereinte Nationen fürchten weltweite Wasserkrise

Es müssten alternative Ernährungssysteme entwickelt werden, um die nicht nachhaltige Nutzung von Wasser in der Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft zu reduzieren. Die Strategien in den Bereichen Wasser, Ökosystemen und Klima müssten verschränkt werden, um Treibhausgase zu reduzieren - von einer belastbaren Infrastruktur, Wasserleitungen und Abwasserbehandlungsplänen bis hin zu einem Frühwarnsystem vor Naturkatastrophen.

Die UN-Wasserkonferenz lief seit Mittwoch. Es war das erste große UN-Treffen seit 1977, bei dem ausschließlich das Thema Wasser behandelt wurde. Die Vereinten Nationen hatten angesichts einer weltweit drohenden Wasserkrise Alarm geschlagen: Der Wasserkreislauf sei durchbrochen, Ökosysteme zerstört und Grundwasser verseucht. Zwei Milliarden Menschen, jede und jeder vierte, haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser. Und die weltweite Trinkwasser-Knappheit werde sich weiter verstärken.

Für Deutschland hatte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) am Mittwoch vor der UN-Vollversammlung gesprochen. Sie hob bei ihrer Rede die zentrale Bedeutung der Bekämpfung von Wasserknappheit hervor: Wasser stehe "im Mittelpunkt der drei großen Umweltkrisen - Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung", sagte Lemke. Deshalb müsse die Weltgemeinschaft zusammenarbeiten, es brauche regelmäßige UN-Wasserkonferenzen und einen UN-Sondergesandten für Wasser, forderte sie.

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