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Wahlkampf in Frankreich:Macron: Deutschlands wirtschaftliche Stärke "nicht mehr tragbar"

Tritt als unabhängiger Kandidat in Frankreich an: Emmanuel Macron

(Foto: AFP)

Der französische Präsidentschaftskandidat attackiert in einem Interview die starke Export-Orientierung der deutschen Wirtschaft. Er fordert einen Ausgleich.

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron kritisiert die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft und fordert einen Abbau des Ungleichgewichts in Europa. Deutschland werde hoffentlich zu der Einsicht kommen, dass die wirtschaftliche Stärke des Landes in der jetzigen Ausprägung nicht tragbar sei, sagte Macron den Zeitungen der Funke Mediengruppe sowie der Tageszeitung Ouest-France.

Deutschland profitiere vom Ungleichgewicht in der Eurozone und erziele sehr hohe Handelsüberschüsse. "Die sind weder für seine eigene Wirtschaft gut noch für die Wirtschaft der Eurozone. Hier muss ein Ausgleich geschaffen werden", sagte er, ohne aber konkreter zu werden.

Der 39-jährige Macron tritt bei der Präsidentschaftswahl als Parteiloser an. Umfragen zufolge könnte der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker die Rechtspopulistin Marine Le Pen im entscheidenden zweiten Wahlgang am 7. Mai schlagen. Nach eigener Aussage ist er "weder rechts noch links". Er tritt mit seiner Bewegung "En Marche!" für Europa und damit auch für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein.

Deutschland erwarte von Frankreich Reformen

Im Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern sagte Macron, Deutschland erwarte, dass Frankreich endlich strukturelle Reformen einleite. "Solange wir die hinauszögern, können wir nicht auf das Vertrauen der Deutschen setzen, die wir in diesem Punkt bereits 2003 und 2007 enttäuscht haben." Macron will deshalb auch sein eigenes Land in die Pflicht nehmen. Er bekräftigte seine Absicht, den französischen Arbeitsmarkt mit einer Qualifizierungs-Offensive anzukurbeln. Eine Übertragung der deutschen Hartz-IV-Gesetze lehnte er aber ab.

In Frankreich wird in einer Woche ein neuer Präsident gewählt. Umfragen zufolge dürften die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, und Macron die erste Runde gewinnen und dann in eine Stichwahl gehen.

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© SZ.de/Reuters/kjan
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