Wie zufrieden eine Partei mit ihrem Wahlergebnis ist, kann man in Berlin sehr einfach erkennen: Je früher der Generalsekretär zu einer Stellungnahme vor den Kameras erscheint, desto glücklicher ist seine Partei. Am Sonntagabend war Kevin Kühnert der erste - und er hatte auch allen Grund dazu. Denn seine Sozialdemokraten haben nach zwei schweren Niederlagen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein einen Triumph erzielt. Sie haben in Niedersachsen zwar einige Prozentpunkte verloren, ihr Ministerpräsident Stephan Weil hat aber an Macht gewonnen. Er ist bei der Bildung einer neuen Regierung jetzt nicht mehr auf die CDU angewiesen. Der Union ist es nicht gelungen, vom schlechten Auftritt der Ampel in Berlin zu profitieren. Im Gegenteil: So mies wie an diesem Sonntag hat die CDU in Niedersachsen seit fast 70 Jahren nicht mehr abgeschnitten.
SPD-Erfolg in NiedersachsenDer Neue ist der Alte
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Stephan Weil bleibt Ministerpräsident. In Hannover geht ohne die SPD weiterhin gar nichts, aber ohne die CDU sehr wohl. Für die Union dürfte es auch bundesweit wieder ungemütlicher werden.
Von Robert Roßmann und Mike Szymanski, Berlin
