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Wahl in Ungarn: Jobbik:Die Miliz der Ungarischen Garde

Jobbik ist mit dem lauten Auftreten nicht allein: Sekundiert werden die Populisten von der Ungarischen Garde, einer in schwarzen Uniformen paradierenden Miliz, deren Ausstattung stark an die faschistischen Pfeilkreuzler erinnert. Diese hatten den Nazis bei der Judenvertreibung und -vernichtung in Ungarn eifrig Hilfe geleistet.

Die Garde marschiert mit Vorliebe durch die Kleinstädte von Nordungarn, wo besonders viele Roma leben. Schließlich sei die "Zigeunerkriminalität eines der Hauptprobleme des Landes", findet András Kiss Gergely, hochrangiges Mitglied der Garde. Das Leben der Roma sei geprägt durch den Wechsel von einem Gefängnis ins nächste, kaum einer arbeite, und keiner erziehe die viel zu vielen Kinder. Zwar gebe es keine offizielle Statistik zu den "Verbrechen der Zigeuner", sagt Kiss Gergely treuherzig, aber jeder Polizist könne bestätigen, dass von 100 Tätern in Ungarn 99 Zigeuner seien.

Solche Thesen fallen in Ungarn durchaus auf fruchtbaren Boden; Nationalstolz und nationale Demütigung, die Ungarn als geplagte Minderheit in den Nachbarstaaten und die ungeliebten Minderheiten im eigene Land - das sind Mythen, die bis heute viele Anhänger finden.

Die Roma, die offiziell zwei, inoffiziell acht Prozent der Bevölkerung ausmachen, sollten doch das Land besser gleich ganz verlassen, findet etwa Jobbik-Chef Vona, oder auch sie würden im Gefängnis landen. Selbst auf die Frage, ob Ungarns Haftanstalten dann nicht bald schon überfüllt sein müssten, hat Vona eine Antwort: Jobbik plant, dass die Insassen die Kosten ihres Aufenthaltes hinter Gittern selbst erwirtschaften müssten - mithin durch eine Art Zwangsarbeit.

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