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Wahl in Südtirol:"Süd-Tirol - Viel zu schade für Italien"

Die Rechtspopulisten wollen Südtirol zu einem eigenen Staat machen, mit Österreich verbinden oder mit Nordtirol zusammenschließen. Einig sind sie sich in der Ablehnung Italiens, dem Südtirol 1920 im Vertrag von Saint-Germain zugesprochen worden war. Im Wahlkampf warb beispielsweise die Partei Süd-Tiroler Freiheit mit dem Slogan: "Süd-Tirol - Viel zu schade für Italien".

Solche Parolen verfingen auch bei jungen Südtirolern gut, sagt Stephanie Risse, Politik-Professorin an der Universität Bozen. "Viele meiner Studenten fühlen sich von dieser Freiheitsrhetorik angezogen." In der deutschsprachigen Jugend mache sich eine "Mia san mia"-Haltung breit, die Immigranten ebenso ausschließe wie italienische Mitbürger. Das Bedürfnis sei groß, sich als Südtiroler einzuigeln.

Die Führung der Volkspartei räumt ein, dass sie sich nicht genug darum bemüht habe, die jungen Leute von der Autonomie zu überzeugen. Über einzelne politische Sachfragen habe man es versäumt, die grundsätzlichen Dinge - insbesondere das Verhältnis zu Italien - anzusprechen. Das gelte es nachzuholen.

Der Ruf nach Unabhängigkeit sei unrealistisch und naiv, sagte SVP-Parteichef Richard Theiner der Süddeutschen Zeitung. "Nationalstaaten sind Gebilde des 19. Jahrhunderts. Heute geht es nicht darum, in Europa Grenzen zu verschieben, sondern sie zu überwinden." In den Sechzigerjahren habe sich die Diskussion noch darum gedreht, "ob wir als Deutsche und Ladiner in einem fremden Staat überleben können". Inzwischen seien die Südtiroler kulturell so gefestigt wie nie zuvor seit der Abtrennung von Österreich. Nun gehe es darum, die Autonomie auszubauen, sagt der Parteiobmann. Dabei wolle die Volkspartei mit den italienischsprachigen Südtirolern zusammenarbeiten.

Theiner hofft, so wieder Wähler von den Rechtsparteien zurückzugewinnen. Deren Unabhängigkeitsbestrebungen hält er entgegen: "Wir wollen so viel Selbständigkeit wie möglich - aber im Rahmen Italiens." Der Parteichef macht davon nur eine Ausnahme: "Wenn Italien zerfällt, etwa in einen Norden und einen Süden, dann wird die SVP die erste sein, die die Selbstbestimmung ausruft."

© SZ vom 30.10.2013/mane
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