Wahl in Schleswig-Holstein:CDU knapp vor SPD, aber Schwarz-Gelb abgewählt

Die Regierung aus CDU und FDP hat in Schleswig-Holstein die Mehrheit verloren, die Liberalen schaffen aber den Wiedereinzug in den Landtag. Die CDU liegt ganz knapp vor der SPD, aber für die Dänen-Ampel aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband gäbe es eine Mehrheit. Für Spitzenkandidat Jost de Jager ist der Ausgang des Wahlabends auch ganz persönlich bitter.

Thorsten Denkler, Berlin, sowie Jasmin Off, Oliver Das Gupta und Oliver Klasen

Wer wird neuer Ministerpräsident in Schleswig-Holstein? Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU haben die Christdemokraten ganz knapp für sich entschieden. Doch viele Fragen sind noch offen:

[] Die CDU ist ganz knapp stärkste Kraft vor der SPD. Für eine Fortsetzung von Schwarz-Gelb reicht es nicht, die Dänen-Ampel aus SPD, Grünen und SSW könnte eine knappe Mehrheit im Landtag erringen.

[] Die FDP bricht ihre Serie von Wahlniederlagen und überspringt deutlich die Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke muss hingegen nach nur zweieinhalb Jahren aus dem Parlament ausscheiden. Die Piratenpartei setzt ihren Siegeszug fort und zieht erstmals ins Kieler Parlament ein. Es ist der dritte Landtag mit einer Piratenfraktion.

[] Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die CDU mit Jost de Jager an der Spitze auf 30,8 Prozent (2009: 31,5). Die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Torsten Albig verbessern sich auf 30,4 Prozent (2009: 25,4 Prozent). Die Grünen erhalten 13,2 Prozent (2009: 12,4 Prozent), die Piratenpartei 8,2 Prozent und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), der als Vertretung der dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist, 4,6 Prozent (2009: 4,3 Prozent). Die FDP zieht mit 8,2 Prozent (2009: 14,9 Prozent) wieder in den Landtag ein, während die Linkspartei mit 2,2 Prozent (2009: 6,0) an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.

[] Für CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager endet der Wahlabend bitter: Er wird dem neuen Kieler Landtag nicht angehören. Die CDU gewann bei der Landtagswahl am Sonntag mehr Direktmandate, als ihr nach dem Zweitstimmen-Ergebnis zustanden. Deshalb kam die Landesliste nicht zum Zuge, auf der de Jager auf Platz eins stand. Einen eigenen Wahlkreis hatte der CDU-Politiker nicht.

Der lange Wahlabend in Kiel in der Ticker-Nachlese. Von: Carsten Eberts (@c_eberts bei Twitter) aus Kiel, Thorsten Denkler (@thodenk) aus Berlin sowie Oliver Das Gupta (@oliverdasgupta), Jasmin Off und Oliver Klasen.

© Süddeutsche.de
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