Wahl in Österreich:Van der Bellen wird neuer Bundespräsident Österreichs

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Norbert Hofer (l.) gratuliert seinem Rivalen Alexander Van der Bellen zum Sieg.

(Foto: AFP)
  • Alexander van der Bellen gewinnt die Bundespräsidentenwahl in Österreich.
  • Hochrechnungen zufolge holte der unabhängige Kandidat 53,3 Prozent der Stimmen, sein Gegenkandidat Norbert Hofer, FPÖ, 46,7. Er hat seine Niederlage bereits eingeräumt.
  • Nachdem die Schwankungsbreite bei nur noch einem Prozent liegt, ist Van der Bellen der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen.

Der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen wird neuer Bundespräsident Österreichs. Der 72-Jährige kommt den Hochrechnungen zufolge auf 53,3 Prozent der Stimmen, der Kandidat der europa- und ausländerkritischen FPÖ, Norbert Hofer, erreicht demnach 46,7 Prozent. Nachdem die Schwankungsbreite bei nur noch einem Prozent liegt, ist der Wahlsieg Van der Bellen so gut wie sicher.

Der unterlegene Hofer hat seine Niederlage bereits eingestanden. "Ich bin unendlich traurig, dass es nicht geklappt hat. Ich hätte gerne auf unser Österreich aufgepasst", schrieb Hofer gegen 17.30 Uhr auf Facebook. Er gratulierte seinem Mitbewerber zum Wahlsieg. Im ORF beharrte Hofer darauf, sich im Wahlkampf nicht im Ton vergriffen zu haben. Er habe hier keine Fehler gemacht: "Ich sage immer die Wahrheit, auch wenn es mir schadet."

Der Wahlkampf um das Amt des Staatsoberhaupts dauerte bis zur heutigen Abstimmung fast ein ganzes Jahr. Die Stichwahl vom 22. Mai war vom Verfassungsgerichtshof wegen organisatorischer Schlampereien bei der Auszählung der Briefwahlstimmen annulliert worden. Nach einer Verschiebung des Nachhol-Wahltermins am 2. Oktober wegen Problemen mit den Briefwahl-Kuverts war es nun der dritte Anlauf binnen eines Jahres, um in einer Stichwahl zwischen Van der Bellen und Hofer das höchste Staatsamt zu besetzen.

Die Wahlbeteiligung lag am 22. Mai bei 72,7 Prozent - Beobachter gingen davon aus, dass die Motivation der Bürger seitdem gesunken ist. Als mögliches erstes Anzeichen dafür wurde der Rückgang der Briefwähler um etwa 20 Prozent gewertet. Hatten für den 22. Mai noch rund 885 000 Bürger eine entsprechende Wahlkarte bestellt, waren es nun nur noch 708 000.

© SZ.de/mahu/odg
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