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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern:AfD-Chef Meuthen: "Langfristig wollen wir in Deutschland regieren"

Die Doppelspitze der AfD, Meuthen und Petry, und der Spitzenkandidat aus Mecklenburg-Vorpommern Leif-Erik Holm (Mitte) bei einer Pressekonferenz in Berlin.

(Foto: AFP)
  • Man erreiche mittlerweile alle Wählerschichten, sagte AfD-Chef Jörg Meuthen.
  • Der Spitzenkandidat Leif-Erik Holm sieht die Partei auf dem besten Weg, sich als Volkspartei zu etablieren.
  • Die AfD werde im Schweriner Landtag keine Fundamentalopposition betreiben, sondern sich konstruktiv beteiligen, sagte Holm.

Nach dem Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern gibt sich die AfD-Spitze selbstsicher. Der Spitzenkandidat Leif-Erik Holm sieht die Partei auf dem besten Weg, sich als Volkspartei zu etablieren. "Wir sind nicht die Partei der Modernisierungsverlierer", sagte Holm bei einer Pressekonferenz in Berlin. Unter den Wählern seien auch Selbständige und Mittelständler; man erreiche mittlerweile alle Wählerschichten, ergänzte AfD-Chef Jörg Meuthen.

Die AfD werde im Schweriner Landtag keine Fundamentalopposition betreiben, sondern sich konstruktiv beteiligen, sagte Holm. Angesichts der gestiegenen Wahlbeteiligung habe die AfD die Demokratie gestärkt. Auch Meuthen sieht in den Ergebnissen der vergangen Landtagswahlen eine klare Richtung vorgegeben: "Langfristig wollen wir in diesem Land regieren. Man tritt politisch an, um Verantwortung zu übernehmen und politisch zu gestalten. Das wird kommen."

Das Land befinde sich im historischen Umbruch, die anderen Parteien wackelten immer mehr. Meuthen erinnerte an die AfD vor knapp einem Jahr, als jeder die Partei schon abgeschrieben hatte, weil sie auf kaum mehr als fünf Prozent kam. Jetzt gehe man den Weg beharrlich weiter, "bis es so weit ist". Und schon zur Bundestagswahl 2017 könne es zumindest ein Thema sein, mitzuregieren. Wenn die AfD ihren Erfolgskurs nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern fortsetze, dann werde sich die Frage einer Regierungsbeteiligung eventuell stellen, sagte Meuthen.

Der AfD-Chef stellt sich damit klar gegen den stellvertretenden Bundesvorsitzenden Alexander Gauland. Der lehnt eine Regierungsbeteiligung ab, denn gerade in der Opposition habe man viel bewegt. "Indem wir die anderen vor uns hertreiben, sind wir doch viel stärker, als wenn wir in irgendeiner Koalition Staatssekretärs-Posten bekleiden", sagte er im Interview mit dem Sender Phoenix. "Wir sollten lange noch ganz klare Fundamentalopposition betreiben."

In Mecklenburg-Vorpommern ließ die AfD zum ersten Mal die CDU hinter sich. Es war das zweitbeste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl. Im März hatte sie in Sachsen-Anhalt mit 24,2 Prozent ihr bislang bestes Resultat in einem Bundesland erzielt und war hinter der CDU ebenfalls auf Platz zwei gekommen.

© SZ.de/dit/dayk

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