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Wahl im Saarland:Merkel zum Wahlsieg im Saarland: "Ein schöner Tag"

Die Kanzlerin lächelt viel an diesem Mittag bei der Pressekonferenz in der CDU-Parteizentrale. Und hält auch eine Spitze gegen die unterlegene SPD bereit.

Die Bilder aus der Hauptstadt zeigen an diesem Montag eine lächelnde Bundeskanzlerin. "Der gestrige Tag war ein schöner Tag", sagt Angela Merkel im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale. Hier hält sie eine Pressekonferenz zum Ergebnis der gestrigen Landtagswahl im Saarland ab.

Nach Abstimmungen in den Bundesländern ist dies üblich. Zuletzt hatte Merkel aber bei diesen Gelegenheiten selten etwas Positives zu verkünden. Im März 2016 etwa wirkte ihr Lächeln noch sehr gezwungen, als sie nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hier auftrat: Überall hatte die CDU Stimmen verloren, gerade im Südwesten waren die Verluste massiv.

Das Saarland liegt bekanntermaßen auch im Südwesten der Bundesrepublik, aber heute ist alles anders. Schließlich ist die Saar-CDU bei 40,7 Prozent gelandet und hat damit fünfeinhalb Punkte hinzugewonnen. Und nicht nur das: Sie hat die SPD deutlich hinter sich gelassen und damit gezeigt, dass der vielzitierte "Schulz-Effekt" für die Sozialdemokraten nicht unbedingt zum Selbstläufer wird.

Schulz: "Wir schauen nach vorne"

Wohl darauf nimmt Merkel Bezug, als sie sagt, das saarländische Ergebnis sei "ermutigend" für das Bundestagswahljahr. Doch die Bundeskanzlerin macht auch keinen Hehl daraus, dass es noch ein langer Weg für die Christdemokraten ist. In den kommenden sechs Monaten bis zur Bundestagswahl müsse die CDU "durchaus noch viel Arbeit leisten", sagt sie .

Die saarländische Ministerpräsidentin und Wahlsiegerin Annegret Kramp-Karrenbauer steht rechts von ihr, auch sie lächelt hin und wieder - und bezeichnet ihren Sieg als "guten Start" ins Wahljahr.

In einem sind sich die beiden CDU-Frauen einig: Sie führen den Wahlsieg unter anderem auf die klare Ansage der Christdemokraten im Wahlkampf zurück, die große Koalition mit der SPD im Saarland fortsetzen zu wollen. Das ist gleichzeitig eine Spitze gegen die unterlegenen Sozialdemokraten. Denn diese hatten eine klare Festlegung vermieden. Sie schlossen nicht aus, nach der Wahl mit der Linkspartei zu koalieren. Nach Ansicht einiger Beobachter könnte das der CDU in die Hände gespielt haben.

Der Wahlkämpfer Schulz, der an diesem Tag ebenfalls in der Hauptstadt weilt, will das nicht gelten lassen. Die Situation im Saarland sei besonders. "Rückschlüsse auf die gesamte Republik zu ziehen wäre falsch." Stattdessen verbreitet er lieber Optimismus: "Wir schauen nach vorne."

Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters

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